Digitalisierung im Land der Faxgeräte

Warum der Mittelstand Start-Ups braucht

Innovative Start-Ups sind aus der deutschen Wirtschaft nicht mehr wegzudenken. Doch noch immer haben kleine und mittlere Unternehmen Berührungsängste – zu Unrecht.

Eine Umfrage des RKW-Kompetenzzentrums – Impuls- und Ratgeber für den deutschen Mittelstand – aus dem Jahr 2018 ergab, dass 62 Prozent der befragten kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) noch nie mit einem Start-Up zusammengearbeitet hatten, 34 Prozent kannten gar keine Start-Ups. Zu einem ähnlichen Ergebnis kam auch eine Umfrage des Branchenverbandes Bitkom aus demselben Jahr: Sie ergab, dass es Mittelständlern quer durch alle Branchen an Kontakten mit Start-ups fehlt. Von 600 befragten Unternehmen gaben ganze 61 Prozent an, überhaupt nicht mit Start-ups zusammenzuarbeiten.

Kontakte entstehen zufällig

Laut des RKW-Kompetenzzentrums entstehen über 73% der Kontakte zwischen befragten KMU und Start-Ups zufällig. Dr. Kai Morgenstern, Projektleiter der Workshop-Reihe Start-Up meets Mittelstand glaubt, dass das auch an den unterschiedlichen Lokalitäten liegt: „Etwas überzeichnet kann man sagen, dass Start-Ups in größeren Städten sitzen, während KMU ihre Standorte eher im ländlichen Raum haben. Start-Ups gehen zu technologieorientierten Meet-Ups, KMU sind bei IHK-Veranstaltungen zu finden. Es gilt also, beide aus ihren gewohnten Kreisen herauszuholen.“

Förderung junger Unternehmen

Morgensterns Workshop-Reihe leistet einen wichtigen Beitrag zur Verständigung beider Parteien, denn zu 55% lernen KMU Start-Ups auf einschlägigen Veranstaltungen kennen. Als StartupBrett, das „schwarze Brett für Start-Ups“, geben wir jungen Unternehmen und Gründern die Möglichkeit ihre Geschäftsidee zu präsentieren und sichtbar zu werden für mögliche Investoren und Geschäftspartner. Doch auch Portale wie matchdigital möchten KMUs im Bereich der Digitalisierung unter die Arme greifen und sie gegebenenfalls an ein noch junges Unternehmen vermitteln. Dahinter steckt viel Potenzial, denn 86 Prozent der befragten KMU können sich vorstellen, in Zukunft mit Start-Ups zusammenzuarbeiten. Das gilt vor allem für KMU mit guter Geschäftslage. Damit die Geschäftslage gut bleibt, müssen sie jedoch mit aktuellen Entwicklungen Schritt halten.

Digitalisierung betrifft alle

Das Stichwort lautet Digitalisierung: Über 40% der befragten Unternehmen nehmen sie als Herausforderung wahr und gehen davon aus, dass sich ihre Produkte beziehungsweise Prozesse im Zuge der Digitalisierung ändern müssen. Mehr als die Hälfte der KMU denken, dass die Digitalisierung ein wesentlicher Bestandteil ihrer Unternehmensstrategie ist. Bisher nutzt aber erst ein knappes Drittel der KMU externe Berater, über 41% haben noch keine besonderen Maßnahmen ergriffen. Dabei betrifft die Digitalisierung jeden: „Im Prinzip geht es darum, Informationen elektronisch verfügbar zu machen“, so Morgenstern. „Bewegungssensoren, GPS-Tracker oder RFID-Tags erlauben es heutzutage, Informationen über Mitarbeitende, Maschinen, Produkte oder Kunden zu erfassen – und zwar in jeder Branche. So werden Unternehmen effizienter und gewinnen neue Kunden. Vor allem Betriebe des produzierenden Gewerbes müssen aufpassen, dass ihnen das Geschäft nicht von der Konkurrenz aus der Hand genommen wird, die diese Vorteile nutzt.“ Start-Ups brächten neue Perspektiven auf die eigenen Produkte. Das könne eine neue Technologie sein, dank der eigene Produkte „smart“ würden, beispielsweise per App-Steuerung oder Predictive Maintenance. Start-Ups könnten auch helfen, das Geschäft neu zu denken und Produkte anders zu verkaufen, indem sie etwa Handelsplattformen anböten.

Auch die Bundesregierung hat das Potenzial erkannt und fördert mit seiner Digital Hub Initiative ebenfalls die Kooperation von Gründern und etablierten Unternehmen. Doch den passenden Partner für das eigene Projekt zu finden, kann schwierig sein. Außerdem fehlt vielen Unternehmen der passende Ansatzpunkt oder die richtige Priorisierung für ihre Digitalisierungsprojekte. Hier hilft matchdigital mit seiner Expertise: Unternehmen knüpfen gezielt Kontakte zu den passenden Partnern und erreichen ihre Ziele – effizient und effektiv.