One Pager: Vorlage, Aufbau und Beispiele für Startups
One Pager: Vorlage, Aufbau und Beispiele für Startups
Du hast 60 Sekunden, um einen Investor zu überzeugen. Oder du musst deinem potenziellen Partner auf einer Konferenz erklären, was dein Startup macht — knapp, klar und überzeugend. Genau dafür ist der One Pager da. In diesem Artikel erfährst du, was ein One Pager ist, wie er aufgebaut sein sollte, welche Elemente nicht fehlen dürfen — und wie du ihn Schritt für Schritt selbst erstellst.
Was ist ein One Pager?
Ein One Pager ist ein einseitiges Dokument, das die wichtigsten Informationen über ein Unternehmen, ein Startup oder eine Geschäftsidee komprimiert darstellt. Der Name sagt es: alles passt auf eine Seite — übersichtlich, professionell und auf den Punkt.
Im Startup-Kontext wird der One Pager vor allem in diesen Situationen eingesetzt:
- Erstkontakt mit Investoren: Bevor du ein vollständiges Pitch Deck schickst, öffnet der One Pager die Tür.
- Networking-Events und Konferenzen: Ein One Pager ersetzt die Visitenkarte — mit echtem Inhalt.
- Partnerschaftsanfragen: Potenzielle Kooperationspartner bekommen einen schnellen Überblick.
- Accelerator- und Inkubator-Bewerbungen: Viele Programme fordern einen One Pager als erste Bewerbungsunterlagen.
Aufbau eines One Pagers: Die 8 wichtigsten Elemente
1. Logo und Unternehmensname
Oben links oder mittig, groß und gut erkennbar. Dein Branding ist der erste Eindruck — er muss sitzen.
2. Tagline (der eine Satz)
Was macht ihr? Für wen? Und was macht euch besonders? Diese Antworten verdichtet in einem einzigen, prägnanten Satz.
3. Das Problem
Welches konkrete Problem löst dein Startup? Formuliere das Problem aus Sicht deiner Zielgruppe. Zahlen und Fakten helfen dabei, den Schmerz greifbar zu machen.
4. Deine Lösung (Value Proposition)
Wie löst ihr dieses Problem? Erkläre die Lösung so einfach, dass auch jemand ohne Branchenhintergrund sie sofort versteht.
5. Markt und Potenzial
Wie groß ist der Markt? Nutze TAM, SAM und SOM als Orientierung — aber bleib realistisch.
6. Geschäftsmodell
Womit verdient ihr Geld? SaaS-Abo, Transaktionsgebühr, Lizenz, Marketplace — erkläre dein Revenue-Modell in einem Satz oder zwei.
7. Traktion und Meilensteine
Was habt ihr bisher erreicht? Nutzer, Umsatz, Partnerschaften, Produkt-Meilensteine — zeige Momentum. Selbst frühe Zahlen sind besser als gar nichts.
8. Team
Wer steckt hinter dem Startup? Nenne die wichtigsten Gründer mit ihren relevantesten Stationen. Investoren investieren in Teams — dieser Abschnitt ist oft entscheidend.
One Pager Vorlage: Schritt-für-Schritt Anleitung
Tool-Empfehlungen für deinen One Pager
- Canva: Die einfachste Option für Gründer ohne Design-Erfahrung. Canva hat fertige One-Pager-Templates, die du kostenlos anpassen kannst.
- Google Slides / PowerPoint: Wenn du eine Folie (A4-Format) sauber gestaltest, sparst du dir neue Tools. Exportiere am Ende als PDF.
- Figma: Für Startups, die einen Designer im Team haben oder mehr gestalterische Kontrolle wollen.
- Notion: Für interne One Pager, die online geteilt werden sollen.
Deine One Pager Vorlage: Schritt für Schritt
- Format wählen: A4 hochkant, PDF als Ausgabe.
- Raster anlegen: Eine zweispaltige Struktur (links Problem/Lösung, rechts Team/Zahlen) funktioniert oft gut.
- Inhalte priorisieren: Schreibe zuerst alle Texte in einem Dokument — kürze dann konsequent.
- Visuals sparsam einsetzen: Ein Produktscreenshot oder eine simple Grafik kann mehr sagen als Absätze.
- Kontaktdaten nicht vergessen: Name, E-Mail, Website — am Ende des Dokuments, klar sichtbar.
- Als PDF exportieren: Schicke den One Pager immer als PDF.
One Pager Beispiele aus der Praxis
Klarheit über Vollständigkeit
Viele Gründer wollen zu viel sagen. Weniger ist mehr. Ein Investor hat 30 Sekunden für deinen One Pager — maximal. Jeder Satz muss sofort verständlich sein.
Zahlen statt Adjektive
„Riesiger Markt“ ist wertlos. „TAM von 4,2 Mrd. EUR in der DACH-Region“ ist überzeugend. Ersetze jedes Adjektiv durch eine Zahl, wo immer es geht.
Häufige Fehler beim One Pager erstellen
- Zu viel Text: Ein One Pager ist kein Businessplan. Wenn du mehr als 300 Wörter Text hast, kürze.
- Keine klare Value Proposition: Wenn nach dem Lesen nicht klar ist, was du machst und für wen — fang von vorne an.
- Fehlende Traktion: Selbst kleine Zahlen helfen. „Keine Zahlen“ signalisiert „noch nichts passiert“.
- Kein Call-to-Action: Was soll der Leser nach dem One Pager tun? Meeting buchen, Deck anfordern, Website besuchen — sag es explizit.
One Pager vs. Executive Summary vs. Pitch Deck
- One Pager: 1 Seite, visuell, für Erstkontakt und schnellen Überblick.
- Executive Summary: 1–2 Seiten, eher textbasiert, detaillierter als ein One Pager.
- Pitch Deck: 10–20 Slides, für die eigentliche Präsentation vor Investoren oder Partnern.
FAQ: One Pager für Startups
Wie lang sollte ein One Pager sein?
Wie der Name sagt: genau eine Seite (A4 oder Letter). Wenn du nicht auf eine Seite kommst, ist dein One Pager noch nicht fertig durchdacht.
Brauche ich einen One Pager als Gründer?
Ja — sobald du aktiv Investoren, Partner oder Kunden ansprichst. Auch für Accelerator-Bewerbungen ist ein One Pager häufig Pflicht.
Was gehört nicht in einen One Pager?
Finanzprojektionen, detaillierte Produktbeschreibungen, vollständige Lebensläufe der Gründer — das alles kommt ins Pitch Deck oder in den Business Plan.
Soll ich meinen One Pager ungfragt an Investoren schicken?
Cold-Outreach mit One Pager ist deutlich besser als mit dem vollständigen Deck — er ist schneller gelesen. Trotzdem gilt: Eine Warmakquise ist immer der bessere Weg.
Fazit: Der One Pager als dein schärfstes Pitching-Werkzeug
Ein guter One Pager ist keine Fleißaufgabe — er ist dein schärfstes Werkzeug im Frühphasen-Pitching. Er öffnet Türen, die sonst verschlossen bleiben. Und er zeigt, dass du dein Business in- und auswendig kennst: Wer nicht in der Lage ist, sein Startup auf einer Seite zu erklären, hat die Idee noch nicht durchdrungen.
