Wie ich vier Jahre lang den ADAC bezahlt hab
aka – wie ich vier Jahre lang kein Auto besaß.
Sushi in Stuttgart Hedelfingen. War super. Ich liebe Sushi. Und so. Es war Januar 2010 und es war typischerweise eiskalt.
Direkt danach tanke ich meinen alten VW Golf voll und mache mich auf den Weg nach München. Die A8 voller Baustellen damals (heute noch, aber das trägt ja jetzt nicht unbedingt zum besseren Verständnis bei).
Irgendwann trennen sich die Fahrbahnen und es geht bergauf auf die schwäbische Alb. Über die Brücke des Todes. Oder die Teufelsbrücke. Welcher von beiden richtig ist, weiß ich nicht mehr, aber da beides recht diabolisch klingt, ist der wirkliche Name nicht relevant. Direkt danach geht es durch einen Tunnel und für mich frontal mit 120 km/h auf einen von einem Lastwagen gefallenen Autoreifen.
Aufprall. Achsenbruch. Karosserie auf Asphalt. Funken. Totalschaden. Keine Verletzte. Hätte ich mir mal die Premium-Mitgliedschaft beim bekannten Automobilclub angeschafft – hätte ich jetzt einen Ersatzwagen bekommen. Hätte. Saß ich also mitten in der Nacht mitten im Nichts.
Am nächsten Tag hab ich die Premium-Mitgliedschaft abgeschlossen.
Im nächsten Monat bin ich nach Berlin gezogen.
Ohne Auto.
Das Abonnement habe ich natürlich nicht gekündigt. Das wird ja auch immer nur jährlich abgebucht. Super um zwei Wochen nach Abbuchung und festem Vorsatz „morgen schreibste die Kündigung“ wieder im Nirwana des eigenen vielbeschäftigen Gedankenkonstruktes unterzugehen. So war das 2011.
Und 2012.
Und 2013.
2014 hab ich Sixtyone Minutes gegründet und den persönlichen Assistenten für die breite Masse zugänglich gemacht. Wie kommt man auf so eine Idee? Warum ein persönlicher Assistent? Und wie gründet man eigentlich so ein Unternehmen?
Wir saßen da und haben einfach angefangen. Die Problematik war allen von uns bekannt: der eine Mitgründer zahlte zu viel für seinen Strom und hatte nie die Muße, sich einen anderen Anbieter zu suchen. Der andere Mitgründer hatte immer Ärger mit seiner unzuverlässigen Putzkraft. Die Idee des persönlichen Assistenten lag da nahe. Irgendwann waren wir eine GmbH und 14 Mitarbeiter. Über Nacht. Gefühlt.
Und dann kam der Tag an dem der Autoclub wieder abgebucht hat.
Das vierte Jahr in Folge!
Verdammt bescheuert wäre ich ja jetzt, wenn ich nicht vor meiner eigenen Haustüre kehren würde. Sitz ich doch an der Quelle! Hab ich also meinen persönlichen Assistenten konsultiert und um Erledigung gebeten.
Die an uns meistgestellte Frage bisher ist ja: „Okay, super Idee. Und wie funktioniert das dann? Was kann ich meinen Assistenten machen lassen?“.
Es ist in der Tat recht easy, man lädt den Appstore und sucht: Sixtyone Minutes. Nach erfolgreichem Download und Anmeldung gelangt man zum Homebildschirm:
„Liebe Monique, was kann ich für Dich tun?“. Ich tippe mein Anliegen ein und schicke es ab. Fünfzehn Minuten später hat sich mein Assistent zurück gemeldet.
In meiner Aufgabenhistorie kann ich die bisher gestellten Aufgaben einsehen. Annehmen wird sich der Assistent allen Anliegen, die legal und moralisch vertretbar sind. Einfach mal machen lassen! Aktuell gibt’s die ersten Wochen gratis geschenkt – zum Testen und ausprobieren.
Die Kündigungsbestätigung des Automobilclubs kam wenig später per Post. Das mit dem Stromanbieter wurde vom Assistenten geklärt, eine zuverlässige Putzfrau wurde ebenso gefunden. Mein Assistent hat im Übrigen nicht nur meine ADAC-Mitgliedschaft gekündigt. Eine unnütze Bahncard zahlte ich auch noch.

schöne Idee. Werd ich versuchen.