Retargeting – Auch für kleinere und mittlere Online-Shops relevant

Eine aktuelle Umfrage ergab, dass nur 43% der Online-Unternehmen in Retargeting-Werbung investieren. Während einige diese Vorgehensweise meiden, weil sie als zu aufdringlich und aggressiv eingestuft werden könnte, können Retargeting-Anzeigen jedoch erhebliche Vorteile bringen. In diesem Beitrag werden bewährte und effiziente Methoden für das Retargeting erläutert und auch gute und schlechte Beispiele aufgeführt.

Was bedeutet Retargeting eigentlich?

Stell dir Folgendes vor: Du gehst in ein Ladengeschäft und findest das perfekte Paar Schuhe. Du legst sie in deinen Einkaufswagen, aber als du zur Kasse gehst, erhältst du einen dringenden Anruf oder eine Nachricht, die du unverzüglich beantworten musst, gegebenenfalls musst du selbst sofort tätig werden. Das Ganze veranlasst dich, den Laden zu verlassen, bevor du den Kauf abschließen kannst.

In der realen Welt endet die Geschichte so: Deine perfekten Schuhe liegen in einem verlassenen Einkaufswagen und du vergisst sie höchstwahrscheinlich. Aber was wäre, wenn der Laden eine Möglichkeit böte dich und die Schuhe, die du beinahe gekauft hättest, zu verfolgen? Was ist, wenn du einige Tage später einen Flyer mit den perfekten Schuhen per Post erhältst, auf den du 15% Rabatt bekommst? Du würdest dich sicher erinnern, wie perfekt die Schuhe waren und sie sofort kaufen, oder? Das wäre Retargeting in Real!

Im Wesentlichen funktioniert Retargeting im Online-Geschäft so, mit der Ausnahme, dass Retargeting-Anzeigen das verwenden, was das Unternehmen über ihre potenziellen Kunden beim Besuch der Website weiß (wie lange sie geblieben sind, was sie angesehen haben, wie oft sie zurückgekommen sind, ob sie etwas in ihren Warenkorb gelegt haben und so weiter), um einen potenziellen Kunden „wiederzuerkennen“ und ihn erneut anzusprechen – bis dieser tatsächlich einen Kauf tätigt.

Wie funktioniert Retargeting?

Retargeting ist eine recht unkomplizierte, auf Cookies basierende Methode. Jedes Mal, wenn ein neuer Besucher auf eine Website gelangt, wird durch den Code ein anonymer Browser-Cookie abgelegt. Wenn der Besucher später im Internet surft, teilt das Cookie dem Retargeting-Anbieter mit, wann Anzeigen geschaltet werden sollen und stellt sicher, dass der Content nur für die Personen sichtbar ist, die zuvor auch die Webseite mit dem Cookie besucht haben.

Retargeting ist vorteilhaft, da die Konvertierungsraten im digitalen Raum normalerweise recht niedrig sind. Die durchschnittliche Website konvertiert nur 2% ihres Traffics und das nur, wenn die Website korrekt programmiert und konfiguriert ist. Das bedeutet, dass auf einer E-Commerce-Website 98% des getätigten Datenverkehrs verloren gehen. Retargeting ist so effektiv, weil es Werbeaussagen auf Personen konzentriert, die bereits eine bestimmte Website besucht und Interesse gezeigt haben. Aus diesem Grund erzielen die meisten Online-Shops, die Retargeting-Tools verwenden, einen höheren ROI als die meisten anderen.

Die Vorteile von Retargeting-Anzeigen können sehr vielfältig sein:

  • Website-Besucher, die mit Anzeigen erneut angesprochen werden, werden mit einer um 70% höheren Wahrscheinlichkeit wieder die Website besuchen.
  • Die durchschnittliche Klickrate (Click-through-Rate – CTR) für ordinäre Anzeigenwerbung beträgt 0,07%, während die durchschnittliche Klickrate für Retargeting-Anzeigen mit 0,7% zehnmal höher ist.
  • 46% der Suchmaschinen-Betreiber glauben, dass Retargeting die noch am wenigsten genutzte Online-Marketing-Technologie ist.

Bei richtiger Anwendung kann Retargeting ein wirksames Marketinginstrument sein, das dem Verbraucher tatsächlich auch von Nutzen ist. Retargeting-Werbestrategie können jedoch manchmal auch etwas gruselig erscheinen …

Die Aufdringlichkeit von Retargeting-Werbung

Retargeting-Anzeigen haben einen schlechten Ruf erlangt, da die meisten Verbraucher sie nur mit den nervenden Anzeigen-Werbungen in Verbindung bringen, die sie tagelang nach dem Besuch einer bestimmten Seite im Internet verfolgen. Das Problem ist, dass das „Anzeigenpirschen“ als aufdringlich angesehen werden kann – nicht nur, weil die Anzeigen dauerhaft geschaltet sind, sondern auch, weil sie keinen interessanten Kontext berücksichtigen. Untersuchungen zeigen, dass bislang die zwei Hauptantworten der Verbraucher auf Retarget-Anzeigen „Irrelevanz“ und „nervig“ waren. Je häufiger eine Anzeige geschaltet wird, desto ineffizienter kann es sein. Wenn dieselbe Online-Anzeige fünfmal geschaltet wird, wird sie als störend und aufdringlich empfunden. Beim zehnten Mal, wenn der potenzielle Kunde diese Anzeige sieht, wird er sie nur noch wegklicken.

Effektive Retargeting-Anzeigenstrategien

Das Geheimnis für ein erfolgreiches Retargeting besteht darin, dass ihr Ansatz weniger aufdringlich und sich wiederholend ist. Konzentriet sich das Retargeting auf ein Endziel, das heisst, fördert es das Markenerlebnis insgesamt, setzt es die Marketingbotschaft in den Vordergrund und hebt das Produkt selbst hervor. So kann sichergestellt werden, dass ein Kunde von Retargeting-Anzeigen angesprochen wird, auf einer Seite bleibt und im günstigsten Fall einen Kauf tätigt.

Die beiden Hauptziele für Retargeting-Kampagnen sind in der Regel Sensibilisierung oder Konversion. Ihre kreativen Inhalte sollten dieses Ziel eindeutig unterstützen. Bei der Entwicklung einer effektiven Strategie für Retargeting-Anzeigen sind mehrere bewährte Vorgehensweisen zu beachten.

Um Retargeting zu vereinfachen und auch für kleinere, mittlere und neue Online-Shops effektiv und kostengünstig nutzbar zu machen, gibt es auch universell nutzbare Retargeting Plugins für die verschiedensten Shop-Systeme.