Zufälliger Erfolg eines Dilettanten

Zufälliger Erfolg eines Dilettanten - StartupBrett

Als branchenfremder Programmierer und Wirtschaftswissenschafter 1,7 Mio. E-Books weltweit verkaufen das geht gar nicht? Geht doch. Und das noch als Ein-Mann-Verlag.

Ich habe keine Ahnung von der Buchbranche (außer, dass ich lesen kann) und habe aus Zufall einen E-Book-Verlag gegründet.

Als das pöse Amazon jedem die Möglichkeit freistellte, eigene E-Books zu verkaufen, habe ich ein altes, rechtefreies Max und Moritz-Comic als E-Book zusammengebastelt (denn eigentlich bin ich Programmierer) und in den Shop hochgeladen.

Meine Frau war zunächst skeptisch, ich erwartete nichts. Und nach wenigen Minuten erfolgte bereits der erste Kauf.

Lange Rede, kurzer Sinn; bereits nach drei Monaten machte ich mit meinen gemeinfreien E-Books genug Gewinn, um meinem Büro-Job zu kündigen, der mich sowieso nur noch ankotzte.

Weihnachten 2011 – vier Monate nach Gründung hatte ich meine erste Nummer 1: die kompletten Märchen der Brüder Grimm, redaktionell überarbeitet, mit Zeichnungen versehen und aufwendig verlinkt.

Dieses E-Book, mittlerweile in der siebten Auflage, ist das meistverkaufte Märchen-E-Book auf dem deutschen Markt überhaupt.

In den letzten 3,5 Jahren habe ich:

  • über 200 E-Books
  • in allen nationalen und internationalen Shops veröffentlicht
  • mehrere Top-Platzierungen erzielt
  • über 1,7 Mio. E-Books vertrieben
  • auch lebende Autoren erfolgreich veröffentlicht
  • ein Hörbuch produziert
  • ein Key-Turn-Business erzeugt, was die Produktion der E-Books betrifft
  • ein Abrechnungs- und Statistik-Tool für meine Autoren programmiert
  • ein Marketing-Handbuch für meinen Autoren erstellt

Und alles ganz allein!

Was noch ansteht?

Ich bin eigentlich schreibfaul und benötige dringend Hilfe bei redaktionellen Texten („Content is king“).

Ein fetterer Server wäre auch nicht schlecht, da die Zugriffszeiten nicht mehr die besten sind.

Ich plane:

  • meine erfolgreiche 13-teilige Fantasy-Reihe (er werden noch mehr Teile folgen) ins Englische zu übersetzen. Das soll mit Crowdfunding finanziert werden.
  • Weitere Hörbücher sollen produziert werden, damit der Name des Verlages (Null Papier) noch mehr zur Geltung kommt.
  • Der WooCommerce-Shop soll endlich von der Leine gelassen werden, damit ich nicht zuviel Marge an die Shops verliere.
  • Mein Pool von externen MAs (Lektoren, Graphiker, Testleser) soll irgendwann nur noch über Slack kommunizieren

Wer noch lesen möchte, was ich so den ganzen Tag über mache, kann hier meine Story lesen: null-papier.de/story

Anmerkung: *Dilettant, italienisch „dilettare“, aus lateinisch delectare „sich erfreuen“

 

Jürgen Schulze - StartupBrett

Jürgen Schulze

43, Diplom-Ökonom, erste Internet-Erfahrungen '96. Seitdem Programmierer. New Economy Sklave in Berlin anno 2000. Immer knapp am großen IPO vorbei. Aber jetzt kann mir keiner mehr was vormachen.