Undogmatisch beautifuel

Undogmatisch beautifuel

Die Gründer-Diät hat es mir unheimlich angetan und ich überlege diese mit meinen Essgewohnheiten einmal auszutauschen. Kaffee, Pizza, Döner, Fast Food und Snacks sind doch eine ausgewogene Basis um gut vorgesorgt die „schwierige“ Start Up Zeit zu überstehen. Denn Zeit ist Geld. Ausgewogen ist sie allemal, habe ich doch im Gegensatz zur Atkins-Diät wenigstens ein paar Kohlenhydrate, die ich mir genehmigen kann.

Der Gründer von heute erzählt eben gerne, dass er nur 10min Lunch hatte oder diesen allzu oft überspringt – mehr Bauchansatz vorweist, seit er mit Geschäftspartnern regelmäßig trinken gehen muss und nach 10 Treppenstufen aus der Puste ist, weil er die Sneakers vor einiger Zeit auf Ebay verkauft hat. Außerdem spare man das Fitnessstudio Geld für die erste Weihnachtsfeier und grandiose Kundengeschenke.

Vielleicht sollte man neben Rentner Rabatten, auch Gründer Rabatt einführen und damit die „Schwerstarbeiter“ locken, um doch ein wenig tiefer in die eigentlich leere Geldbörse zu blicken.

Sind wir mal ehrlich:

Als Gründer tut man nichts anderes als Ideen in die Tat umzusetzen. Basis schaffen. Struktur aufbauen. Verantwortung übernehmen. Auf sich selbst gestellt sein.

Gerade in dieser Zeit, sollte einem bewusst sein, dass man sich nur auf sich selbst verlassen kann.

Unser Gründergewissen wird mit dem schnellen Kaffee am Morgen gestärkt, da Zeit gespart wird – also Geld. Der Döner am Mittag setzt das Ganze fort, weil man ohne Besteck und im Stehen sehr „gründerisch“ wirkt. Abends die Pizza innerhalb von 9 anstatt von 10 Minuten zu essen, sorgt für weitere Glücksgefühle. Man gehört dazu, weil man sich ja „Klischee getreu“ benimmt. Außerdem läuft die Mitleidsschiene nie so gut wie in diesen Tagen. Man kann Mama erzählen, dass man sich schon lange nicht mehr so auf Ihr warmes Weihnachtsessen gefreut habe (und Mama freut sich noch mehr), der Tante Bescheid geben, dass Ihr jährliches Kaffeetrinken Hochgenuss bedeutet und seinen Nachbarn entgegnen sich nicht seine eigene Handynummer, aber die aller Lieferdienste merken zu können. Zenit – Gründerzenit.

Was gesund bzw ungesund für jemanden ist, weiß nur einer: und zwar man selbst.

Das hat weder etwas mit Job, Religion, Tageszeit oder Kalorien oder Gründertum zu tun. Wir haben nur ein Problem und lassen uns von Food- und Lebentrends manipulieren- des Gewissens wegen.

Ich bin auch Gründerin, habe keine Top 5 noch Bad 5, sondern esse genau das, was mir und meinem Körper gut tut. Ich trinke gerne Kaffee, esse auch mal eine Steinofenpizza, zaubere Fast Good und habe Snacks, die ohne Salz und Palmöl auskommen – weil ich weder zu den gesunden Gründern zählen möchte, noch weil ich Gewissensbisse vermeiden möchte. Ich lebe bewusst und das habe ich schon immer. Jemand der bewusst lebt, isst auch so. Und genau wie alle Gründer weiß ich, das Zeit Geld ist. Und noch mehr Zeit gewinnt man, wenn man diese optimal nutzt – doch hierfür ist gute Gehirnleistung und Konzentration gefragt und die bekomme ich durch Reflektion.

Lange Rede kurzer Sinn: Du bist was du isst!

Billig, schnell und kurzweilig oder bedacht, anhaltend und effektiv?!

 

Hannah Bellmann

Hannah Bellmann

Durch ihre nebenberufliche Modeltätigkeit beschäftigt sich Hannah Bellmann bereits seit einigen Jahren mit Ernährung und dessen Wirkung. 2008, nach der Ausbildung an der Miami Ad School, arbeitet die gelernte Texterin international für viele namenhafte Agenturen. 2015 verschlug es sie nach Berlin, um als Executive Director E-commerce Kunden im kreativen sowie strategischen Bereich zu beraten. In der Berliner Gründerszene trifft sie auch auf Michael Gnamm, mit dem sie sich zusammen entschließt, aufgrund ihres langjährigen Lebensmotto “du bist was du isst” den heutigen Produktjungle gezielt aufzuräumen und als beautifuel zu kommerzialisieren


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