Produktiv im Home-Office: Selbstorganisation und Entspannung lernen

Arbeiten im Home-Office hat viele Vorteile: Man spart sich den Weg zum Büro, kann zu Hause Mittag essen und muss sich für Handwerkertermine nicht freinehmen. Was in der Theorie nach dem idealen Arbeitstag klingt, sieht in der Praxis jedoch oft ganz anders aus – denn ohne die richtige Organisation wird die Arbeit im eigenen Zuhause unproduktiv und zum Stress ohne Feierabend. Die Arbeitswelt ist im Wandel und das äußert sich nicht nur in neuen Arbeitszeitmodellen, sondern auch in einer flexibleren Gestaltung des Arbeitsortes. Tatsächlich ist das Home-Office mittlerweile für vier von zehn Arbeitsnehmern karriererelevant – und das betrifft Selbstständige ebenso wie Festangestellte. Doch mit dem Gewinn an Freiheit kommen auch neue Herausforderungen: Wer beim Arbeiten von zu Hause langfristig produktiv sein will, muss sich in Selbstorganisation üben und die Balance zwischen Arbeit und Entspannung finden.

Arbeitsplatz: Ausstattung und Arbeitsatmosphäre

Grundvoraussetzung für die Arbeit im eigenen Heim ist ein gut ausgestatteter Arbeitsplatz. Dazu gehören Tisch und Stuhl in rückenfreundlicher Höhe ebenso wie ein Computer mit aller benötigten Software. Wer für seine Arbeit einen Drucker braucht, für den bieten mobile Drucklösungen für das Homeoffice eine flexible Alternative. Der Drucker kann dauerhaft in einem Schrank verstaut und von überall per WLAN bedient werden. Vermeiden am Heimarbeitsplatz sollte man jegliche Form von Ablenkung. Ob private Unterlagen auf dem Arbeitstisch, die Chat-App auf dem Rechner oder Notifikationen auf dem Handy – all das sollte verstaut, ausgestellt oder auf stumm geschaltet werden, um den Arbeitsfluss nicht zu unterbrechen. Um den Arbeitsplatz zu einem Ort der Produktivität zu machen, empfiehlt es sich außerdem, bewusst eine Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Je nach persönlicher Vorliebe kann das durch Pflanzen, angenehme Düfte oder leise Musik geschehen. Auch Rituale verhelfen zu mehr Produktivität. Die Zubereitung einer Tasse Tee oder auch nur kurzes Dehnen und Strecken am Schreibtisch signalisieren den Start einer neuen Arbeitsphase – und erleichtern so das Anfangen.

Selbstorganisation: Aufgaben systematisch angehen

Vielleich die größte Herausforderung im Home-Office ist, sich selbst Strukturen zu schaffen – und diese auch umzusetzen. Selbstorganisation funktioniert am besten, wenn man sie systematisch in drei Schritten angeht:

  1. Zielsetzung
  2. Planung
  3. Kontrolle

Der erste Schritt ist die Setzung realistischer Ziele. Ob in Eigenregie oder in Absprache mit dem Vorgesetzten – hier sollten Wochen- und Tagesziele festgesetzt werden. Wichtig ist, gleichzeitig auch die Prioritäten festzulegen, denn danach richtet sich der genauere Arbeitsplan. In einem zweiten Schritt werden bei der Planung der Arbeitszeit die Ziele in die nötigen Arbeitsschritte aufgeteilt und, je nach Priorität, auf bestimmte Wochentage und Tageszeiten gelegt. Bei der Einschätzung des Arbeitsaufwands sollte man immer zusätzliche Zeit einplanen, um nicht von der Spontaneität des Alltags überholt zu werden. Als Selbstständiger gilt es zudem großzügige Zeitfenster für administrative Aufgaben freizuhalten.

In dem letzten Schritt geht es dann darum, sich durch ein Gefühl der externen Kontrolle selbst Lieferungsdruck zu schaffen. Das kann durch Absprachen mit Kollegen oder Fristen vom Chef geschehen; arbeitet man allein, kann man diesen Effekt durch digitale Vernetzung mit anderen Freiberuflern oder Bekannten erreichen – oder auch bloß durch eine Verabredung oder eine Belohnung nach der selbstgesetzten Deadline.

Gesundheit im Home-Office: Pausen machen – aber richtig!

Pausen sind ein wichtiger Teil des Arbeitstages – und der Teil, der im Home-Office oft zu kurz kommt: Erschöpfung durch Heimarbeit ist ein weit verbreitetes Problem. Deswegen sollte man möglichst im Voraus Zeiten für Pausen festlegen. Wie viele und wie lange Pausen am besten sind, hängt von der individuellen Arbeitsweise ab. Wichtig ist in jedem Fall, die Pausenzeiten konsequent einzuhalten und nicht am Arbeitsplatz zu verbringen, sondern bewusst Entspannungsrituale zu etablieren. Ob kochen, an der frischen Luft spazieren oder auf dem Sofa die Beine hochlegen – diese Zeit ist einzig für Erholung reserviert.

Feierabend: Arbeitstag im Home-Office konsequent abschließen

Wer zu Hause arbeitet, macht mehr Überstunden. Dieses Phänomen zeigt, was für viele bei der Arbeit im Home-Office am schwierigsten ist: das Feierabend machen. Wenn der Arbeitsplatz im eigenen Heim ist, besteht die Gefahr, auch nach der eigentlichen Arbeitszeit nie ganz abzuschalten und auch am Wochenende noch kurz in Unterlagen zu schauen oder eine E-Mail zu beantworten. Doch das behindert nicht nur das Gefühl der Entspannung, sondern ist dauerhaft auch ungesund – und schadet somit langfristig der Produktivität.

Um den dauernden Stress ohne richtigen Feierabend zu vermeiden, sollte man jeden Arbeitstag offiziell abschließen. Auch hier können Rituale helfen, wie zum Beispiel:

  • abschließende Verwaltungsaufgaben erledigen
  • Aufgaben für nächsten Tag auflisten
  • Gedanken und Anmerkungen notieren
  • Ordnung schaffen
  • Entspannungsübungen oder Sport machen

Solche Gewohnheiten signalisieren, dass der Arbeitstag beendet ist und nun die Entspannungsphase beginnt. Somit lernt man bei der Arbeit im eigenen Heim mehr als bloße Produktivität im Home-Office: Denn richtig angegangen ist es die Möglichkeit, sich in Selbstdisziplin zu üben und so neben effizientem Arbeiten auch bewusste Entspannung zu lernen.

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