Digitale Zeiterfassung in Unternehmen: Die Vorteile

Die guten alten Stechkarten gehören schon lange der Vergangenheit an. Die Sekretärin rechnete die Überstunden aus und diese durften abgefeiert werden. Junge Unternehmen spritzen wie Pilze in den 90er Jahren aus dem Boden. Die gesamte Firmenpolitik wurde offener.

Keine Stechkarten, keine Kontrollen, der Chef wurde geduzt und es ging über in die Eigenverantwortung. Kommt jetzt durch die digitale Zeiterfassung erneut auf den Tisch? Eine Frage, welche es sich lohnt, auf den Grund zu gehen.

Die rechtliche Grundlage der Zeiterfassung

In Deutschland ist per Arbeitsschutzgesetz gefühlt so gut wie alles geregelt, doch die Zeiterfassung ist ein Thema ohne sichtbaren und niedergeschriebenen „Klartext“. Jedes Unternehmen besitzt seine eigenen Modelle. Im Jahre 2019 kam es zu einem Urteil am Europäischen Gerichtshof („EuGH). Die Unternehmen wären im europäischen Raum verpflichtet, die Arbeitszeiten ihrer Mitarbeiter umzusetzen. Eine spanische Gewerkschaft klagte gegen die Deutsche Bank in Spanien.

Faktisch hat sich in der Arbeitswelt in Deutschland nichts verändert. Dabei ist die digitale Zeiterfassung für den Arbeitnehmer durchaus interessant. Viele Arbeitnehmer klagen über zu viele Überstunden. Ein Abfeiern ist oftmals nicht möglich. Die Überstunden werden als selbstverständlich angesehen.

Die Thematik erfuhr in Deutschland eine Fortsetzung

Das Arbeitsgericht in Emden unterstrich mit ihrem Urteil die Rechtssprechung des EuGH. Das Gericht stellte fest, dass die Zeiterfassungssysteme verlässlich und zugänglich sein müssten. Es durfte nicht sein, dass versteckte Listen auf Laptop oder PC als Kriterien für die digitale Zeiterfassung gelten könnte. Doch es gab Gegenwind!

Das Bundesarbeitsministerium in Deutschland geht davon aus, dass keine unmittelbare Umsetzungspflicht für die digitale Zeiterfassung erkennbar seien. Die mehr oder weniger schwammige Aussage des deutschen Arbeitszeitgesetzes blieb erhalten. Dies besagt lediglich, dass die Zeiterfassung für alle Arbeitnehmer nur für Überstunden und Sonn- und Feiertage erforderlich sei. Doch wer kontrolliert dies, wenn keine digitale Zeiterfassung tatsächlich stattfindet?

Die Zeiterfassung als Vorteil für den Angestellten

Die Digitale Zeiterfassung für Mitarbeiter bietet einen Vorteil, welcher klar auf der Hand liegt. Eine digitale Zeiterfassung bedeutet gleichzeitig, mehr Freizeit und weniger Stress. Mitarbeiter fühlen sich oftmals verpflichtet deutlich länger über die acht Stunden am Tag arbeiten zu müssen. Es wird stillschweigend erwartet. Die Kollegen bleiben und der Chef ist oftmals der Letzte, welcher das Haus verlässt. Ein guter Mitarbeiter wird gerne aufgrund der Anzahl der geleisteten Stunden sowie Überstunden eingestuft. Eine Spirale, welche durchaus für die Gesundheit der Mitarbeiter gefährlich werden kann. Der Druck wächst permanent.

Durchaus ist es ratsam, dass jeder Arbeitgeber, selbst wenn das Unternehmen keine Zeiterfassung vorsieht, sich seine geleisteten Arbeitszeiten notiert. Im Zweifelsfall ist es durchaus rechtlich möglich, dass eigene Aufzeichnung ihre Gültigkeit besitzen. Dabei ist eine lückenlose Aufzeichnung notwendig. Eine Unterschrift eines Kollegen wäre noch der optimale Fall. Mittlerweile gibt es für die digitale Zeiterfassung im Unternehmen: die Vorteile diese eigene Zeiterfassung via App durchzuführen.

Doch alles besitzt zwei Medaillen. Der Unternehmer selbst schützt sich mit einer ordentlichen digitalen Zeiterfassung. So kann sich kein Mitarbeiter beklagen, dass er sich „abschuftet“. Überstunden werden abgegolten oder eventuell ausbezahlt.

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