5 kleine und große Katastrophen im Leben eines Gründers

5 kleine und große Katastrophen im Leben eines Gründers

Tagelang läuft alles glatt und dann passiert es. Hektig, Stress, Panik. Nichts ist in diesem Augenblick wichtiger, als die Lösung des Problems. Denn in diesem Moment läuft so einiges schief. Der Alltag eines Gründers birgt doch immer wieder kleine und große Überraschungen, auf die man gerne verzichten kann.

Jeder kennt sie und jeder Gründer fürchtet sie. Die Situationen, die einfach nicht zum Alltag gehören und uns entweder den Schweiß auf die Stirn treiben oder uns einfach nur schrecklich unangenehm sind. Ich habe 5 Situationen rausgesucht, die mir persönlich schon mal widerfahren sind und die ich ungern wieder erleben möchte:

Deine Seite ist nicht mehr erreichbar

Nein, das ist kein guter Montagmorgen. Es ist unangenehm zu erfahren, dass die eigene Seite offline ist. Gerade dann, wenn es nicht am Provider liegt und man auch selbst nichts zu dieser Situation beigetragen hat. Hätte man was damit zu tun, wäre die Lokalisierung der Fehlerquelle wesentlich einfacher. Gründe für so einen Ausfall können verschiedener Herkunft sein. In meinem Fall war es eine Cross-Site-Scripting Attacke (kurz CXX), mit derer Hilfe sich jemand Zugang zu den Daten meiner Seite verschaffen wollte, oder Kontrolle über die Seite erlangen wollte. Gut, wenn es noch nicht viel zu holen gibt, oder die Attacke nicht den erwünschten Effekt hat. Dank der regelmäßigen Sicherung meines Providers war alles schnell wiederhergestellt – einen ordentlichen Schweißausbruch hatte das aber allemal zur Folge.

Ein Kunde, der alles ändert

Es passiert immer dann, wenn man es gar nicht gebrauchen kann. Vorzugsweise an Feiertagen, oder in der Nacht. Die E-Mail eines wichtigen Kunden wird auf dem Smartphone angezeigt und bringt einen ernstzunehmenden Fehler in Deinem Produkt zum Vorschein. Ein kleiner Fehler, der sich durch alle Module und Einzelkomponenten zieht. In diesem Moment begreifst Du, dass in dieser Nacht nicht an Schlaf zu denken ist. Um so schöner ist es, wenn man den Fehler erfolgreich identifiziert und behoben hat. Idealerweise bevor es noch mehr Kunden merken. Der Weg dorthin kann sich allerdings gefühlt ins Unendliche ziehen.

„Oh shit – ich hab’s vergessen“

Als Gründer hat man immer irgendwas im Kopf. Die nächste Kampagne, das nächste Update für die Software oder einfach nur den Text für den nächsten Newsletter. Irgendwie ist der Kopf voll. Nur eines ist entfallen und das ausgerechnet bei Person X. Es sollte nie passieren, trifft aber doch jeden zumindest einmal. Man vergisst den Termin mit einem Geschäftspartner, den man eigentlich unbedingt wahrnehmen wollte. Unangenehm und unprofessionell, aber auch so schön menschlich.

Ein Newsletter auf Abwegen

Für den Versand meiner Newsletter habe ich anfangs auf mein eigenes System gesetzt. Ganz einfach, weil ich die Funktionalität ohnehin schon vorliegen hatte und mich die Anpassung zu einem automatisierten Newsletter-Versand an alle Kunden kaum Zeit gekostet hat. Gut, wenn man sich auch eine kleine Checkbox macht mit deren Hilfe man sich selbst eine Test-E-Mail schreiben kann. Umso ungüstiger ist es aber, wenn man sich zu Testzwecken eine E-Mail mit dem Inhalt „Wurst“ schickt und diese dann auch an die 40 ersten Benutzer Deiner Software gehen. Unangenehm sind auch Newsletter, die man immer und immer wieder Korrektur ließt und am Ende den offensichtlichen Rechtschreibfehler im Betreff übersieht.

Networking for dummies

Kennst Du das: „Hallo, mein Name ist Timo Mustermann“. Ungefähr 30 Sekunden später weißt Du nicht mehr den Namen Deines Gegenüber. Dabei ist das Gespräch so wichtig. Ich hab ein schlechtes Namensgedächnis, aber das ist schon sehr peinlich. Du kannst Dich auch nicht mehr so richtig auf das Gespräch konzentrieren, weil Du die ganze Zeit darüber nachdenkst, wie derjenige vor Dir jetzt heißt. Theo, Tom … Schrecklich. Der Trick mit dem „Sag mir kurz nochmal Deine E-Mail Adresse, dann schick ich Dir was interessantes“ scheitert kläglich wenn Dein Gegenüber Dir sagt: „Mein Vorname.Nachname@…“, ohne seinen wirklichen Namen nochmals zu nennen. Aussitzen und darauf hoffen, dass der Name nochmals fällt, oder nachfragen – nach einer gefühlten halben Stunde.

Extreme Tage und negative Situationen gehören einfach zum Leben. Das ist nicht nur bei Gründern so. Das gute daran ist, dass man mit jeder dieser Situationen wieder ein kleines Stückchen dazulernt. Das alles hilft aber nicht sehr viel, denn die nächste Katastrophe kommt bestimmt.

Jetzt bin ich aber gespannt was Dir katastrophales oder außergewöhnliches widerfahren ist. Teile es doch mit uns in den Kommentaren. Ich freu mich drauf.

 

Lukas Herbst

Lukas Herbst

Lukas Herbst ist 37 Jahre alt, Produktmanager bei Gemalto und Gründer der Online-Plattform StartupBrett. Nach Kosmos-Kasten, C64, Schule und Studium, folgten erste Erfahrungen als Freelancer, eine Festanstellung, 2 Kinder und 2 Start-ups.

  • Oh wie wäre ich glücklich gewesen mit solch „Kleinigkeiten“ gepeinigt worden zu sein. Ein nicht zu vergessende Katastrophe ist doch die, dass einer einem sein Geschäftsmodell per Abmahnung verbieten will :-)

    • Oh ja, das ist wirklich ein paar Eskalationsstufen höher angesetzt. Aber Du lässt Dir nichts verbieten. Stimmts? ;)

      • Nee natürlich nicht :-) wäre ja sonst kein Gründer und Rulebreaker. In München alles OK?

        • Anfang Februar und +13 Grad in München. Alles wie immer ;)

  • Gut kommt auch, wenn man statt auf „weiterleiten“ (an die Mitgründerin) auf „Antworten“ (an die PR-Agentur) klickt und dann auch noch ganz saloppe Formulierungen da mit reinsetzt…..

    • Hui… Auch schön. Die werden sich gefreut haben ;) Danke, Katja.

  • Joachim Tuchel

    Ja, der Tag an dem Eure Software komplett zusammengebrochen zu sein scheint, ständig Kunden anrufen und das ganze Projekt sich wie eine einzige Katastrophe anfühlt. Und der Morgen nach der Nacht, in der die Lösung gefunden wurde und man ein paar Stunden geschlafen hat.

    Letztlich geht es darum, daraus etwas zu lernen, die Treppe eine Stufe weiter hinauf zu steigen und sich gegen solche Katastrophen zu schützen. Im Nachhinein eine gute Erfahrung, wenn sie auch schmerzhaft war. Jeder Fehler darf passieren. Genau 1 mal. Ansonsten hat man nichts gelernt. Und wie es mit diesen Mit-Sprüchen so ist: es ist nur ein Ziel. Denn man macht leider manche Fehler mehrmals ;-)

    • Danke Joachim für Dein Kommentar. Ich bin voll bei Dir. Bei jeder Katastrophe sollte man seine Lehren ziehen und den gleichen Fehler in Zukunft vermeiden. Meistens klappt das auch ;)


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