User Experience messbar machen

User Experience messbar machen - StartupBrett

Die User Experience (UX) eines Produkts ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg eines Produkts. Doch wie macht man die subjektive Erfahrung einzelner Nutzer greifbar und somit verwertbar? Mit Hilfe spezieller Fragebögen, wie dem UEQ (User Experience Questionnaire), wird die UX eines digitalen Produktes gemessen.

So wird der subjektive Gesamteindruck eines Anwenders bei der Benutzung des Produkts in sechs verschiedenen Dimensionen ermittelt und quantifiziert. Dazu werden dem Anwender 26 semantische Differentiale, also gegensätzliche Wortpaare wie zum Beispiel „erfrischend“ und „einschläfernd“, vorgelegt und er muss auf einer Skala bewerten, welche der Eigenschaften eher auf das benutzte Produkt zutreffen.

Die UX Dimensionen des UEQ

Auf diese Weise werden die folgenden Bereiche von den einzelnen Anwendern bewertet:

  • Attraktivität – Wie wirkt das Design auf die Nutzer?
  • Durchschaubarkeit – Ist das System leicht zu verstehen und zu erlernen?
  • Effizienz – Wie flüssig funktioniert die Bedienung?
  • Steuerbarkeit – Ist alles dort zu finden, wo es erwartet wird?
  • Stimulation – Ist das Produkt interessant oder eintönig?
  • Originalität – Empfinden die Teilnehmer das Produkt eher als kreativ oder altmodisch?

Verlässliche Ergebnisse und Aussagekraft

Um verlässliche Ergebnisse mit dem UEQ zu erzielen, reicht jedoch nicht der subjektive Eindruck eines einzelnen Anwenders aus. Erste sinnvolle Ergebnisse erhält man allerdings bereits mit 10 Teilnehmern. Ab ungefähr 30 Teilnehmern sind die Ergebnisse des Fragebogens dann sehr zuverlässig.

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Beispielergebnis eines UEQ-Benchmark: Im Bereich Durchschaubarkeit scheint es Aufholbedarf zu geben, einige Nutzer empfanden das Produkt als wenig durchschaubar. Quelle: www.ueq-online.org

Doch was fängt man mit den gewonnen Antworten denn nun eigentlich an? Zum einen kann man die erfassten Werte mit Standardwerten oder den Werten von Konkurrenzprodukten vergleichen und so erfahren, in welchen Dimensionen das eigene Produkt gut abschneidet und wo noch Nachbesserungsbedarf besteht. Zum anderen kann man aber auch die Entwicklung der UX des eigenen Produktes über einen längeren Zeitverlauf messen und vergleichen. So erfährt man welche Änderungen sich positiv oder negativ auf das Nutzungserlebnis ausgewirkt haben und kann zielgerichtet darauf reagieren.

Den UEQ setzt man am besten zusammen mit einem Usability Test ein. Denn hier hat man bereits Personen aus der relevanten Zielgruppe rekrutiert, die sich mit dem eigenen Produkt im Rahmen des Tests auseinandersetzen. Da 30 Teilnehmer bei einer Laborstudie jedoch sehr teuer sind, empfehlen sich kostengünstige Online Usability Tests, die über Tools, wie z.B. nutzerbrille, durchgeführt werden. Hier liegen die Ergebnisse außerdem meist innerhalb weniger Stunden vor.

Weitere Informationen zur wissenschaftlichen Methodik des UEQ und Veröffentlichungen zum Thema findet man auf der offiziellen Webseite des UEQ.

 

Mario Obendorfer

Mario Obendorfer

Mario Obendorfer ist Geschäftsführer und Mitgründer der nutzerbrille, einer Technologie-Plattform für Nutzerforschung, die es einfach macht das Feedback echter Nutzer zu Webseiten und Apps zu erhalten und so die User Experience konsequent zu verbessern. Er ist verantwortlich für die Entwicklung der nutzerbrille mit Fokus auf innovativen Technologien, wie Eye-Tracking bei Remote Tests und Onsite-Rekrutierung von Testteilnehmern. Zuvor war er als Senior UI Developer und UX Experte beim Baufinanzierungsvermittler Interhyp AG tätig.


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