Rücklagen & Finanzstrukturen bei der Firmengründung – Wie sollten die persönlichen Finanzen bei der Firmengründung aussehen?

Angesichts der Tatsache, dass die meisten Gründer Großteile ihres Ersparten in die Firmengründung investieren, scheint es Ironie zu sein, dass es in diesem Beitrag um Rücklagen und Finanzstrukturen bei der Firmengründung gehen soll. Doch auch, wenn Gründer ihr Unternehmen nicht durch Kredite, Zuschüsse oder Investoren finanzieren, sollte immer ein bestimmter Restbetrag verbleiben. Genauso sollten die persönlichen Finanzen ideal geordnet und strukturiert sein, damit es übersichtlich bleibt und keine Probleme auftreten. Wie genau die persönlichen Finanzen bei der Firmengründung aussehen sollten, wird dieser Beitrag erklären.

Braucht es einen Notgroschen und wenn ja, wie groß sollte er sein?

Vor allem in der Gründungsphase ist noch nichts entschieden – die Zeit bis zum finanziellen Erfolg des eigenen Unternehmens ist ungewiss. Daher ist es wichtig, finanziell abgesichert zu sein. Das heißt, im Hintergrund sollte in jedem Fall ein Notgroschen verfügbar sein, für alle Fälle. Eine Messgröße dafür ist das zwei- bis dreifache Monatseinkommen vor der Firmengründung. Falls es vor der Gründung kein festes Monatseinkommen durch Arbeit gab, sollte man sich die monatlichen Fixkosten ausrechnen, diese auf ein paar Monate hochrechnen und etwa 30% der herauskommenden Summe noch einmal obendrauf rechnen. So kann man sicher sein, dass man im Notfall ein paar Monate überbrücken kann. Der Notgroschen sollte auf einem externen Tagesgeldkonto aufbewahrt werden, damit man nicht in Versuchung kommt, etwas von ihm zu nehmen, ohne dass es einen Bedarf gibt.


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Wie können die monatlichen Fixkosten auf ein Minimum reduziert werden?

Wer gründet, sollte sich bewusst sein, dass er an allen Ecken zugunsten seiner Firma sparen muss. Außer natürlich dann, wenn aus anderen Gründen genug Kapital vorhanden ist, dass die Kosten hinter der Firmengründung keine Rolle spielen. Sparen bedeutet allerdings nicht, sich die nächsten zwei Jahre lediglich von Knäckebrot ernähren zu müssen. Vielmehr geht es um die monatlichen Fixkosten. Also alles, was jeden Monat aufs Neue an Verbindlichkeiten zu bezahlen ist. Hier sollten so viele Sparpotenziale wie möglich ausgenutzt werden, was auch nicht nur für Gründer gilt, sondern für eigentlich jeden. Sind die monatlichen Kosten auf einem möglichst geringen Level, sind auch Risikozeiten kein Problem mehr, weil der Notgroschen länger hält.

Wie sieht die optimale Kontenstruktur aus?

Um seine Finanzen jederzeit im Griff zu haben und neben der Firmengründung die auch ohnehin schon strapazierende Buchhaltung bewältigen zu können, sollten die privaten Konten bestenfalls automatisiert laufen. Das heißt, man hat ein Hauptgirokonto, ein weiteres Girokonto für die Fixkosten, ein Sparkonto, sowie ein Geschäftskonto. Die Transaktionen zwischen den Konten laufen automatisiert, dass also beispielsweise der komplette Betrag der Fixkosten zum Monatsanfang auf das Fixkosten-Konto kommt. Oder dass zumindest ein kleiner Sparbetrag direkt auf das Sparkonto kommt. Idealerweise sind es 10% des monatlichen Einkommens. Alles, was auf dem Girokonto übrig bleibt, darf man dann guten Gewissens ausgeben. Das Geschäftskonto ergibt in der Hinsicht Sinn, als dass geschäftliche Einnahmen und Ausgaben von den privaten getrennt sind. Das ist zwar keine Pflicht, aber vermeidet ein Durcheinander und erleichtert die geschäftliche Buchhaltung. Bei der Kontenwahl sollten Gründer ein Auge auf Direktbanken werfen, welche ihr Girokonto oft kostenlos anbieten. Wichtig ist, dass das kostenlose Konto möglichst ohne Mindestgeldeingang funktioniert, damit man sicher sein kann, dass definitiv keine weiteren Fixkosten entstehen.

Beachtet man diese Punkte und setzt man seine persönlichen Finanzen mit Rücklagen, Sparsamkeit und Struktur entsprechend um, sollte die Firmengründung finanziell sauber von der Hand gehen.


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Bildquellen

  • Finanzstrukturen und Rücklagen: © Martinns | istock.com
  • Finanzstrukturen Teaser: © MichaelDeLeon | istock.com