Hopp Hopp Hopp, Pferdchen lauf Galopp – Ich gründe ein Start-up!

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Gründen heute. Das bedeutet schnell zu sein. Schnell ausprobieren. Schnell skalieren und schnell Gewinn erzielen. Leider geht es nicht immer so zügig. Gründen heißt auch mal hinfallen, lernen, ausprobieren und auch mal sein lassen. Aber fangen wir einfach von vorne an:

Finde das richtige Pferd

Ganz ehrlich: Wer weiß schon, ob ein Pferd durchstartet oder einfach nur langsam durch die Prärie stolziert. Kenner wissen es. Sehen es sofort. Laien sehen ein Pferd und oftmals entscheidet nur das gute Gefühl. Genauso ist es auch bei einer Idee. Wir haben sie. Wir verlieben uns in die Idee und legen los. Oftmals zu schnell. Zu unvorbereitet und ohne Businessplan.

Mein Start-up UpdateNode war ebenso ein Gefühl. Ein System, das Software Herstellern eine einfache und zentrale Möglichkeit zum Aktualisieren ihrer Software liefert. So war der Plan. Businessplan: No. Marktanalyse: Wenig. Bedarf: Ja, aber in einem schwierigen Markt. Ich ritt los. Ich erarbeitete ein lauffähiges System. In der Cloud. Was sonst…

Fuck! Ich kann gar nicht reiten.

Ich ging online. Voller Adrenalin. Voller Euphorie. Die ersten Schritte waren klar. Die Ergebnisse ließen aber auf sich warten. Ich begriff langsam, dass ich nicht gut vorbereitet war. Es war mir nicht klar wie ich Marketing, Sales und die Weiterentwicklung in Einklang bringen kann. Die Cloud-Lösung kam im Ausland grundsätzlich nicht schlecht an. Deutsche Unternehmen sind allerdings noch nicht bereit für die Cloud. Erst recht nicht, wenn dahinter ein junges Start-up steht. Zu dumm, wenn man sich in erster Linie auf den deutschen Markt konzentriert hat.

Zeit für Reitstunden

Die Idee ausarbeiten und möglichweise verändern – das braucht Zeit. Die Vorbereitung braucht Zeit. Zeit ist aber in der Start-up Welt ein kostbares Gut. Denn, wer diese kostbare Zeit in Dinge investieren muss, die man hätte im Vorfeld lernen müssen, dem bleibt wenig Zeit für Dinge, die fundamental sind: die Weiterentwicklung der Idee/des Produkts. Genau hier sehe ich Rückwirkend das Problem bei meiner Gründung. Ich holte mir ein Pferd. Ich hatte Großes vor. Ich merkte, dass reiten nicht so einfach ist und begann zu lernen. Jetzt kann ich mich im Sattel halten. Das Pferd ist allerdings alt geworden und am liebsten würde ich mir ein neues holen.

So geht es weiter

Nun, ein Pferd muss es nicht sein. Ein neues Start-up? Erstmal nicht. Die Erfahrungen und Learnings aus den letzten zwei Jahren sind Gold wert. Ich weiß, was ich heute anders machen würde. Mein Start-up verkaufe ich an meine Kunden. Nicht im Ganzen, aber in Teilen. Mein Investment habe ich zurück und meine Erfahrungen kann mir keiner nehmen. Das Abenteuer Start-up ist erstmal vorbei. Eigentlich müsste ich jetzt ein Neues gründen und mein Wissen in eine neue Idee investieren und mit Galopp über die nächsten Hürden springen. Mach ich auch. Jedoch diesmal nicht in einem Start-up, sondern in einem Unternehmen. Warum? Weil es mich in den Fingern juckt, mit dem Start-up-Spirit festgefahrene Strukturen aufzubrechen und neue Dinge auszuprobieren – wie immer!

Lukas Herbst

Lukas Herbst

Lukas Herbst ist 37 Jahre alt, Produktmanager bei Gemalto und Gründer der Online-Plattform StartupBrett. Nach Kosmos-Kasten, C64, Schule und Studium, folgten erste Erfahrungen als Freelancer, eine Festanstellung, 2 Kinder und 2 Start-ups.


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