Gesundheitsförderung für Angestellte in Start-ups

Wer sich wahrgenommen und wohlfühlt, ist eher bereit und in der Lage, mehr zu leisten. Gesundheitsförderung ist deshalb ein Win/Win für Firmen und ihre Angestellten. Für junge Unternehmen, die als Start-up beginnen, ist es deshalb besonders wichtig, ein gutes Gesundheitsmanagement einzuführen. So können sie ihre oft kleine Anzahl an Angestellten fördern, vor Ausfällen schützen, und ihre Loyalität steigern.

Welche Bereiche des Gesundheitsmanagements gibt es, und welche Besonderheiten zählen dabei bei Start-ups?

Die Notwendigkeit von betrieblicher Gesundheitsförderung

In unserer heutigen Gesellschaft entsteht ein höheres Verständnis von Systemen, die zu gesundheitlichen Problemen und Ausfällen von Arbeitskräften führen. Es gibt inzwischen viele Studien, die die Belastungen am Arbeitsplatz mit dem Entstehen vieler psychischer und damit auch körperlicher Probleme in Verbindung bringen können.

  • Hoher Stress und Überbelastungen wurden viele Jahre lang zu häufig ignoriert, und haben zu Problemen wie Burnouts geführt. Heute sind Therapien und die Notwendigkeit, auf Stress und Co. zu reagieren, gesellschaftlich höher angesehen und es wird häufiger von ihnen Gebrauch gemacht.
  • Ein Teil der Belastungen ist auch die mangelnde Bewegung und negative Effekte durch das dauerhafte Lesen auf Bildschirmen und ähnlichen, langanhaltenden oder repetitiven Handlungen.
  • Daneben sind natürlich auch besondere, gesundheitsschädigende Arbeitsbedingungen und Gefahrenbereiche zu beachten. Hier ist der betriebliche Gesundheitsschutz allerdings sehr gut durch das Arbeitsgesetz abgedeckt und daher vorgegeben. Viele andere Arbeitsbereiche sind stattdessen von den Bemühungen abhängig, für die sich das Unternehmen selbst entscheidet.

Besondere Ansprüche für den Gesundheitsschutz in Start-ups

In Start-ups, die traditionell mit wenigen Angestellten starten, ist die Gesundheit, Zufriedenheit und Loyalität der Mitarbeiter besonders wichtig. Unter anderem deshalb hat es sich etabliert, dass Start-ups besonders attraktive Benefits bieten. Hier finden wir häufiger freiere Arbeitsmodelle, die sich nach den Vorstellungen der Angestellten richten, Unterstützung für Fitnesskurse, Hilfen für eine gesunde Ernährung und vieles mehr.

Oft entsteht in Start-ups eine offenere und engere Verbindung zwischen Angestellten und Arbeitgebern. In manchen Fällen ist das auch dem Fall geschuldet, dass einige Start-ups zwischen ohnehin befreundeten Menschen gegründet werden, die gemeinsam an das Unternehmen glauben.

Dank der wenigen Angestellten haben Start-ups zudem die Möglichkeit, genauer auf den gesundheitlichen Zustand individueller Mitarbeiter zu achten. Während in großen Firmen vermutlich weniger auf die Rauchergewohnheiten eines Angestellten geachtet wurde, ist es heute durchaus denkbar, willige Mitarbeiter bei der Raucherentwöhnung mit Tabakerhitzern und ähnlichem zu unterstützen.

Dank gesellschaftlichen Shifts entsteht zudem grundsätzlich ein höheres Verständnis für die Wichtigkeit von sowohl physischer als auch psychischer Gesundheit in der Arbeitswelt. Auszeiten für Arbeitnehmer, die unter Stress und anderen Belastungen leiden, sind heute in vielen jungen Firmen auch ohne Stigma möglich.

Bereiche des betrieblichen Gesundheitsmanagements

Das Ziel des betrieblichen Gesundheitsmanagements sind sowohl die Gesundheit der Mitarbeiter, damit sie nicht ausfallen, und die Steigerung der Motivation und Zufriedenheit der Angestellten. Im besten Fall profitieren sowohl die Arbeitskräfte als auch das Unternehmen selbst von den Vorteilen, die so entstehen.

Gesundheitsförderung & Prävention

Strategien in diesem Bereich sind darauf ausgelegt, das Entstehen von Krankheiten zu verhindern und die Gesundheit der Angestellten zusätzlich zu steigern. Deshalb sind hier sowohl die psychische als auch die physische Gesundheit im Fokus. Typische Methoden in diesem Bereich sind:

  • Ergonomische Möbel für den Arbeitsplatz
  • Bewegung am und außerhalb des Arbeitsplatzes fördern
  • Gesunde Ernährung lehren
  • Kurse für Stressmanagement und ähnliches anbieten
  • Termine bei Ärzten während der Arbeitszeit ermöglichen

Daneben hilft es, wenn Arbeitnehmer die Möglichkeit erhalten, Probleme offen und ohne negative Auswirkungen ansprechen zu können. In diesem Fall können Arbeitgeber aktiv nach Lösungen suchen, die für die Bedarfe des Unternehmens und des Angestellten passen.

Eingliederungshilfe

Es ist immer möglich, dass ein Angestellter trotz guter Arbeitsbedingungen ausfällt. In diesem Fall ist es wichtig, dem Mitarbeiter den Wiedereinstieg in die Arbeit zu ermöglichen, indem Hindernisse so gut es geht aus dem Weg geräumt werden. Ein Beispiel wäre es, einem Angestellten die Arbeit im Homeoffice zu ermöglichen, um den Stress des Pendelns zu reduzieren.

Arbeitsschutz & -medizin

Es ist gesetzliche Pflicht, Maßnahmen umzusetzen, die Arbeitsunfälle minimieren und vollständig verhindern. Auch in Unternehmen ohne Gefahrenbereiche gehört dazu das Einrichten von gesetzeskonformen Fluchtwegen und Sicherheitsschulungen der Angestellten für Notfälle und für den Umgang mit PCs und Co.

Es lohnt sich, dafür einen willigen Arbeitnehmer als Verantwortlichen zu ernennen, und/oder die Hilfe von Gutachtern zu nutzen, um die Qualität der Arbeitsschutzvorrichtungen zu prüfen und zu optimieren.

Fazit

Gesundheitsmanagement ist ein Werkzeug, um sowohl die Angestellten zufriedenzustellen als auch den Unternehmenserfolg zu steigern. Prävention und Eingliederungshilfen sind wichtig, um Ausfälle zu vermeiden und den Wiedereinstieg zu ermöglichen. So erhalten wir motivierte und effektive Arbeitskräfte, statt häufig neue Angestellte anlernen zu müssen, um erkrankte Mitarbeiter zu ersetzen.

In Start-ups haben wir die Möglichkeit, mehr Fokus auf die individuellen Arbeitnehmer und ihre Gesundheit zu legen, und eine offene Kommunikation zu fördern, um die Lösungen zu finden, die für beide Parteien vorteilhaft sind.