Der Proof of Concept oder auch Machbarkeitsnachweis

Um für eine Geschäftsidee Investoren oder Partner zu gewinnen, ist ein gut gemachter Proof of Concept meist gefragt. Das bedeutet, Sie müssen einen glaubhaften Nachweis liefern, dass Ihr unternehmerisches Vorhaben auch in der Praxis realisierbar ist. Zudem macht es Sinn, die erfolgreiche Wirtschaftlichkeit zu präsentieren und damit möglichen Investoren Ihr Unternehmen schmackhaft zu machen. Sie haben unterschiedliche Optionen zur Umsetzung, die Sie individuell nutzen können.

Funktionieren der Geschäftsidee nachweisen

Der Begriff des Proof of Concept stammt aus dem Angelsächsischen und bezeichnet den Machbarkeitsnachweis. Er beschreibt also den Zustand, in dem Sie als Gründer bewiesen haben, dass Ihre Geschäftsidee auch nachhaltig funktioniert. Dazu ist zum Einen die Machbarkeit und zum Anderen die Wirtschaftlichkeit gefragt. Wenn Sie nach kritischer Hinterfragung beider Punkte diese mit ja beantworten können, haben Sie damit auch den Proof of Concept erbracht. Wichtige Grundlage dafür ist neben den Gesprächen mit passenden Investoren natürlich ein professionell erstellter Finanzplan.

Praktische Umsetzung als Risikovariante

Es liegt auf der Hand, dass den besten Erfolgsnachweis Ihrer Idee die praktische Umsetzung liefert. Wenn Sie die Entscheidung treffen, mit Ihrem unternehmerischen Vorhaben einfach los zu starten und zu schauen, ob Ihre Geschäftsidee funktioniert, ist das natürlich risikoreich. Dafür haben Sie den Proof of Concept eindeutig umgesetzt, wenn Ihr Angebot am Markt erfolgreich bestehen kann und Sie bestenfalls kostendeckend arbeiten. Für eine Anschlussfinanzierung, etwa für eine Expansion Ihres Unternehmens, ist dann der Weg geebnet. Klar ist dabei allerdings, dass Sie Ihren Weg zum Proof of Concept komplett selbst finanzieren müssen.

Testballon bietet Vor-, aber auch Nachteile

Etwas weniger risikoreich erscheint die Variante des sogenannten Testballons. Anstatt Ihre Geschäftsidee einfach so umzusetzen, können Sie sich entscheiden, diese erstmals auf einem kleinen Markt auszuprobieren. Anhand dieses Resultats können Sie im Anschluss noch an der Geschäftsidee arbeiten und die Idee optimiert wieder umsetzen. Ein wichtiger Vorteil ist, dass Sie Fehler, die oft bei einer direkten Gründung erfolgen, oft vermeiden. Meist reicht außerdem der Testballon aus, um Investoren zu überzeugen. Als Nachteil gilt allerdings, dass Sie mit dieser Methode die Mitbewerber aufmerksam machen und eventuell bei einem erfolgreichen Proof of Concept ziemlich rasch Nachahmer haben.

Eine individuelle Marktforschung als konservative Maßnahme

Wenn Sie sich vor der Firmengründung für eine fundierte Marktanalyse und eine Zielgruppenbefragung entscheiden, so liefert diese zwar keine verlässlichen Erfolgschancen, dafür aber eine realistische Einschätzung des Marktes. Für einen Proof of Concept ist zudem geeignet, wenn Sie aufzeigen, dass eine ähnliche Geschäftsidee bereits im Ausland funktioniert. Diese Strategie bietet den eindeutigen Vorteil, dass Sie kaum investieren müssen. Klar ist aber auch, dass die gewonnenen Erkenntnisse meist nicht ganz ausreichen, um potentielle Investoren restlos zu überzeugen. Dann bleibt Ihnen nur, einfach los zu legen und selbst zu finanzieren oder aber Sie greifen auf den Testballon zurück. Damit ist diese Strategie der Marktforschung eher eine vorbereitende Maßnahme für den eigentlichen Proof of Concept.

Meilensteine dienen zur Orientierung

Den Begriff der Meilenstein kennen Sie vielleicht aus dem Projektmanagement. Doch auch hinsichtlich des Proof of Concept ist er verwendbar und macht Sinn. Denn dieser wird kaum von heute auf morgen erreichbar sein. Damit bieten Ihnen Meilensteine die Option, die Unternehmensentwicklung perfekt messen zu können. Anhand dieser können Sie auch erkennen, wie weit Sie den Businessplan noch einhalten oder ob Sie bereits davon abgekommen sind. Es empfiehlt sich, zwei bis drei unterschiedliche Meilensteine fest zu legen. Einer davon kann zum Beispiel der Gewinn einer bestimmten Anzahl von Kunden sein oder aber ein definiertes Umsatzziel.

Proof of Concept für viele sinnvoll

Jeder, der heute erfolgreich ein Unternehmen hat, musste irgendwann den Beweis der Machbarkeit seiner Idee erbringen. Insofern kann festgehalten werden, dass ein Proof of Concept für jeden Firmengründer durchaus relevant ist und ein bedeutendes Etappenziel auf dem Weg zur erfolgreichen Unternehmung darstellt. Trotzdem ist dieser Begriff vor allem für Venture Capital Investoren entscheidend. Denn wer sich professionell mit Wagniskapitalgesellschaften auseinander setzt, der investiert immer nur dann, wenn der Nachweis des Erfolges bereits erbracht wurde. Sonst erscheint ein Risiko zu groß, deshalb muss ein erfolgreicher Markttest im Vorfeld gelungen sein. Die Definition, wann genau der Proof of Concept bestanden wurde, kann dabei sehr unterschiedlich ausgelegt werden. Während bei vielen Investoren der Break Even eines Unternehmens oder seiner Produkte bzw. Dienstleistungen als entscheidendes Hauptkriterium gilt, kann es bei anderen auch ein ständig wachsender Kundenstamm sein.

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