Startup Methode Design Sprint – Vorbereitung, Ablauf, Schritte, Ergebnisse

Wie entsteht gutes Design? Normalerweise würde man den Prozess mit einem Brainstorming oder einer anderen Art von Ideenfindung im Team angehen und die gefundenen Ideen anschließend ausdiskutieren. Bis ein Konsens gefunden ist und alle Kompromisse geschlossen wurden, geht viel Zeit ins Land. Design Sprint bedeutet, die Sache zu beschleunigen. Eine Person, die eine Idee bis zum Ende konsequent durchdenken kann, ist in der Regel erfolgreicher als viele Personen, die diskutieren und auf einen Nenner kommen müssen.

Sprint heißt kurz und heftig

Da es um einen Sprint geht, ist innerhalb der angesetzten fünf Tage nicht viel Zeit für Diskussionen, Raumsuche oder Materialvorbereitungen. Das muss alles im Vorfeld passieren. Ideal sind Räume, die Einzelarbeit erlauben, ruhig sind und viel Platz bieten. Tische sollten sich einzeln stellen, aber auch gruppieren lassen. Wichtig ist, dass es Möglichkeiten gibt, Material auszutauschen. Übersichtliche Pinn- oder Stellwände zum Bestiften sind dafür hervorragend geeignet. Denn so modern der Design Sprint als Methode auch klingt, am Ende wird doch viel analog gearbeitet.

Fünf Tage, fünf Schritte

Tag 1) Am ersten Tag steht das Verstehen im Mittelpunkt: Was ist eigentlich das Problem, wie genau sieht die Aufgabenstellung aus, und wie schaut das Geschäftsmodell des Unternehmens aus? Basierend auf den Entwicklungen der Vergangenheit und den positiven und negativen Entwicklungen der Gegenwart werden Unternehmen mit ähnlichen Produkten angesehen und verglichen, um so eventuell schon Anknüpfungspunkte zu finden.

Tag 2) Am zweiten Tag müssen Lösungen gefunden werden. Es geht darum, möglichst viele verschiedene Ansätze für die Lösung der am Vortag gefundenen Probleme zu erarbeiten. Jeder kann seine Ideen für sich selbst zu Papier bringen, die Lösungen sollten möglichst differenziert ausgearbeitet und bis zum Ende durchdacht werden. Allerdings ist hier Einzelarbeit gefragt, nicht Teamwork. Vom Designer bis zum CEO soll wirklich jeder etwas beisteuern.

Tag 3) Am dritten Tag werden die Ideen vorgestellt, die besten ausgewählt und eine User-Story herausgearbeitet. Das kann über ein Punkte- oder Stickersystem funktionieren (jeder verteilt seine Sticker da, wo er oder sie die besten Ideen sieht, so dass sich da viele Sticker konzentrieren, wo es bei allen gut ankommt). Die besten Ideen können von einem Team kombiniert und zu ersten Mockups verarbeitet werden.

Tag 4) Am vierten Tag geht es darum, Prototypen eines Produkts zu erstellen. Diese Prototypen sollen später Benutzern vorgeführt werden. Sie müssen also für Externe nutzbar sein und sich echt anfühlen. Das ist wichtig, weil sie ein realistisches Feedback generieren sollen. Keynote ist eine Empfehlung für diesen Tag.

Tag 5) Am fünften Tag wird der Prototyp getestet. Ausgewählte Testpersonen müssen jetzt herausfinden, welche Ideen wirklich funktionieren und welche doch noch floppen. Tester sind Menschen außerhalb des Unternehmens, die keine Erfahrung mit dem Produkt in Frage haben. Gezielte Fragestellungen und das User-Feedback sollten nun die Ideen bestätigen oder verbesserungswürdige Konzepte aufdecken.

Design Sprints führen von einer groben Idee zum fertigen Prototypen

Der Design Sprint macht nur Sinn, wenn bereits so etwas wie eine erste Idee oder ein verbesserungswürdiges Produkt vorhanden sind. Dann kann diese Methode zu einer schnellen Entwicklung führen. Natürlich ist der gesamte Prozess nach fünf Tagen nicht abgeschlossen, aber immerhin ist der Prototyp da.

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  • design-sprint: © FirmBee | pixaabay.com