Aktueller denn je: Cybersicherheit für Startups

Cybersicherheit ist ein Thema, das immer mehr an Bedeutung gewinnt, ob im privaten oder beruflichen Bereich. Das hängt eng mit der Digitalisierung zusammen, die durch die Corona-Krise noch einmal beschleunigt wurde. Das Leben läuft, ob gezwungenermaßen oder freiwillig, zunehmend online ab. Wir arbeiten online im Homeoffice, wir kaufen im Internet ein, wir treffen uns mit Kollegen, mit Freunden und der Familie im virtuellen Raum, wir lernen in Webinaren, wir tauschen uns in sozialen Netzwerken aus. Vieles davon wird bleiben, auch wenn der endlos scheinende Lockdown der Corona-Zeit eines Tages vorbei sein wird. Unser Leben und unsere Arbeitswelt haben entscheidende Änderungen erfahren. Das bietet neue Chancen, aber führt andererseits zu neuen Gefahren.

Während Einbrecher vielerorts verzweifeln, weil die Menschen ständig zu Hause sind, eröffnen sich für Cyberkriminelle neue Möglichkeiten. Sie hacken sich in Netzwerke ein, saugen Daten ab, erpressen ihre Opfer. Das Thema Cybersicherheit sollte daher sowohl im Geschäftsleben als auch im privaten Bereich ganz oben auf der Agenda stehen.

Das gilt auch und gerade für Startups. Sie haben eine tolle Idee, Sie wollen loslegen, Kunden akquirieren und durchstarten? Der Businessplan steht, die Finanzierung ist gesichert und das Marketing auf die passende Zielgruppe ausgerichtet? Aber was ist mit der IT-Sicherheit? Wie kann man sich und sein Startup vor Cyberangriffen schützen? Dieses Thema auf die leichte Schulter zu nehmen, kann fatal sein. Nichts ist für junge Unternehmen wichtiger, als das Vertrauen der Kunden und Geschäftspartner zu gewinnen und zu behalten. Datenlecks und Hacks sind das Letzte, was sich ein Startup erlauben kann. Denn dann suchen die Kunden und Partner schnell das Weite, kommen nicht nur nicht wieder, sondern schreiben auch noch schlechte Bewertungen. Im schlimmsten Fall drohen rechtliche Auseinandersetzungen. Inzwischen sind die meisten Menschen für die Gefahren der Online-Welt beim Einkaufen, bei Bankgeschäften oder auch nur Surfen sensibilisiert. Sie fragen nach, wofür und wie ihre Daten gespeichert und benutzt werden.  Sie erwarten, dass sie vor Daten-Diebstahl geschützt sind und dass mit ihren Informationen verantwortungsvoll umgegangen wird. Ist das Kind erst einmal in den Brunnen gefallen, kommt es zu einem Datenleck, Cyberüberfall und dergleichen sind negative Schlagzeilen garantiert. Sicherheitspannen können schwerwiegende Folgen bis hin zum Ruin des Startups haben.

Unternehmer müssen die Ängste und Sorgen der Kunden und Geschäftspartner ernst nehmen und ihnen entschieden entgegentreten, indem sie für Sicherheit sorgen und dies auch deutlich machen. Die Investition in sichere Strukturen lohnt sich immer und kann ein entscheidender Wettbewerbsvorteil werden. Das fängt schon damit an, dass die Kommunikation richtig verschlüsselt ist und dass eine funktionierende Anti-Virensoftware die Computer und Smartphones vor Trojanern, Viren etc. schützt. Es schafft Vertrauen beim Kunden und Geschäftspartner, wenn die Sicherheitsmaßnahmen einen hohen Standard haben, beispielsweise eine verschlüsselte Internetverbindung mit Hilfe eines VPN (Virtual Private Network) besteht. Auf diese Art und Weise lässt sich die Kommunikation vereinfachen und sicherer machen.

Aber es geht nicht nur um die Kunden. Auch innerhalb des Startups und in der internen Kommunikation ist IT-Sicherheit von großer Bedeutung. Jedes Unternehmen verfügt über sensible Daten, auf die es Cyberkriminelle abgesehen haben. Sie verschicken Phishing-Mails und Schadsoftware, um Daten zu kopieren oder zu stehlen, Konten leer zu räumen. Hacker haben schon ganze Computersysteme und Netzwerke lahmgelegt und die Opfer übel erpresst. Betroffen waren zum Beispiel Krankenhäuser oder Stadtverwaltungen. Solche Fälle machen Schlagzeilen, viele andere nicht, aber gerade für junge Unternehmen kann so eine Cyberattacke das Aus bedeuten. Der Branchenverband Bitkom schätzt, dass der deutschen Wirtschaft durch Cyberkriminalität ein jährlicher Schaden von 100 Milliarden Euro entsteht. Es ist nicht zu erwarten, dass das in Zukunft weniger wird. Im Gegenteil. Mehr Digitalisierung lockt wiederum mehr Internetkriminelle an, die ausspähen und betrügen wollen. Sie sind auf der Suche nach leichter Beute und man sollte es ihnen so schwer wie möglich machen. Mit einigen klugen Maßnahmen lässt sich bereits viel erreichen und jeder junger Unternehmer sollte sich rechtzeitig mit diesem Thema auseinandersetzen und in die für seine Bedürfnisse passende Technik investieren. IT-Sicherheit ist in jeder Hinsicht ein entscheidender Baustein für Startups, um für die Zukunft gut gerüstet zu sein.