Warum ich als Start-up im E-Commerce einen spezialisierten Steuerberater brauche

Gerade im E-Commerce gibt es weiterhin viele Start-ups. Die Chancen sind riesig und die Umsätze steigen immer weiter. Auch und gerade in der Corona Pandemie. Gute Zeiten also. Allerdings übersehen viele Gründer, wie komplex das Thema Steuern im Onlinehandel ist. Das gilt besonders, wenn auch ins Ausland verkauft wird – was über die bekannten Portale gängige Praxis ist. Deshalb ist es sehr wichtig, einen spezialisierten E-Commerce Steuerberater zu suchen. Dieser sollte schon einige Jahre Erfahrung in diesem Bereich haben und sich auch im Internationalen Steuerrecht gut auskennen. Erfahrt hier mehr, warum es gerade für Start-up-Gründer wichtig ist, den richtigen Steuerberater zu finden und welche Aspekte in steuerlicher Hinsicht im E-Commerce unbedingt zu beachten sind.

Vor welchen Problemen stehen Start-ups im Hinblick auf Steuern?

Gründer von Start-ups und junge Unternehmen sind vollauf damit beschäftigt, ihr Geschäft voranzubringen. Dabei geraten Dinge wie Buchhaltung, Umsatzsteueranmeldungen und Belegerfassung oft ins Hintertreffen. Das führt dann zu Bergen an unbearbeiteten Rechnungen, zu verpassten Umsatzsteuervoranmeldungen und im Extremfall zu Strafzahlungen. Wenn außerdem noch die Umsatzsteueranmeldungen im Ausland versäumt werden, wird es kritisch. Dann wird es endgültig Zeit, das Thema Steuerberater zu überdenken. Macht euch spätestens jetzt auf die Suche nach einer kompetenten Kanzlei.

Wie kann die Digitalisierung helfen, Buchhaltung & Steuern zu organisieren?

Start-up Unternehmen sind sehr häufig im digitalen Bereich tätig. Trotzdem vernachlässigen sie manchmal die Digitalisierung in der eigenen Buchhaltung und Belegerfassung. Dieses Problem lässt sich mit einem Steuerberater, der digital arbeitet, schnell beheben. Belege können gescannt werden und werden komplett digital weiterverarbeitet. Auf diese Art und Weise ist auch eine aktuelle Einsicht in die Zahlen des Unternehmens möglich. Der Stand von Cash Flow, Gewinn, Verlust und Renditen ist stets abrufbar. Ein wichtiger Aspekt. Denn viele Unternehmen sind schon im Verlustbereich, ohne es überhaupt zu merken. Vermeidet das unbedingt und sucht euch einen Steuerberater, der digital arbeitet.

Welche Themen muss ich im Bereich Steuern im E-Commerce besonders beachten?

Im Onlinehandel gibt es eine Reihe von Steuerthemen, die sehr speziell und manchmal etwas kompliziert sind. Wir geben euch hier ein paar Tipps:

Verkauf ins Ausland über diverse Plattformen

E-Commerce kann überregional und sogar international genutzt werden. Es gibt eine Reihe von Plattformen und digitalen Marktplätzen, die dies anbieten. Oft erfolgt dabei die Lagerung der Waren direkt im Ausland, in sogenannten “Fulfillment-Centern”. Für den Endkunden ist das vorteilhaft, da lange Lieferzeiten entfallen. Für den Händler bedeutet es dagegen, dass er theoretisch in jedem Land, in dem Waren von ihm gelagert oder verkauft werden, Mehrwertsteuerpflichtig wird.

Umsatzsteueranmeldungen im Ausland sind teilweise erforderlich

Eine Umsatzsteueranmeldung muss in jedem Land erfolgen, in das Waren verkauft werden. Ein Steuerberater mit einem internationalen Netzwerk kann die dafür notwendigen sogenannten Umsatzsteuer-IDs beantragen und die Umsatzsteueranmeldungen vornehmen.

Unbedingt Lieferschwellen beachten

Bei Verkäufen ins Ausland ist die Mehrwertsteuer meist im Land des Empfängers (also im Bestimmungsland) zu zahlen. Dies gilt allerdings nicht ab dem ersten Euro Umsatz, sondern es gibt sogenannte Lieferschwellen. Diese Schwellenwerte waren bis 30.06.2021 auch innerhalb der EU von Land zu Land unterschiedlich und mussten einzeln beobachtet werden. Seit 1. Juli 2021 gibt es zumindest innerhalb der EU eine einheitliche Lieferschwelle von insgesamt 10.000 Euro. Alle Lieferungen bis zu dieser Schwelle sind bezüglich Mehrwertsteuer in Deutschland abzurechnen, alle Umsätze darüber hinaus im jeweiligen Bestimmungsland. Es wurde dazu eine zentrale Stelle eingerichtet, die die Verrechnungen mit den anderen EU-Ländern übernimmt. Die Anmeldung für dieses Verfahren (OSS) kann ein Steuerberater vornehmen und die Abwicklung übernehmen.

Übergang zum neuen OSS (One-Stop-Shop)

Wie erwähnt, gibt es seit 1. Juli 2021 neue Regeln. Das sogenannte OSS ist in Kraft getreten und soll die Mehrwertsteuer Zahlungen innerhalb der EU vereinfachen. Zukünftig soll nur noch an einer Stelle im Heimatland zentral eine Anmeldung erfolgen. Dort soll dann die Verrechnung mit den anderen EU-Ländern erfolgen. Allerdings werden – nach derzeitigem Stand – nicht alle Transaktionen im E-Commerce mit dem neuen OSS-Verfahren abgewickelt werden können. Zusätzliche Umsatzsteueranmeldungen in einzelnen Ländern werden daher teilweise noch notwendig sein. Dies kann nur ein Steuerberater mit viel Erfahrung im Internationalen Steuerrecht übernehmen und korrekt abwickeln. Achtet darauf, wenn Ihr einen (neuen) Steuerberater sucht. Dieses komplexe Thema würde Start-up Unternehmen zeitlich einfach überfordern.

Vor welchen Herausforderungen stehen Start-ups im E-Commerce außerdem?

Die Zusammenarbeit mit Plattformen und virtuellen Marktplätzen (wie z.B. Amazon) stellt große Herausforderungen an E-Commerce Unternehmen. Abrechnungen erfolgen nämlich meist zeitlich versetzt zu Verkäufen und Gebühren werden nicht direkt den Verkäufen zugeordnet. Dies stellt in Bezug auf Buchhaltung und Steuern auch für Steuerberater eine Herausforderung dar. Es gibt dafür Programme von Softwareanbietern, die dieses Thema vereinfachen könnten. Derzeit sind diese Programme überwiegend noch in der Pilotphase. Fragt den Steuerberater, den ihr eventuell beauftragen wollt, doch einfach mal, ob er vielleicht an einem Pilotprojekt teilnimmt? Dann hättet Ihr große Vorteile.

Fazit

E-Commerce bietet gerade für Start-up Unternehmen große Chancen. Allerdings sollte bei aller Euphorie das Thema Steuern nicht vernachlässigt werden. Hier lauern einige Gefahren, die nur ein spezialisierter Steuerberater für E-Commerce und Internationales Steuerrecht vermeiden kann. Investiert also ein wenig Zeit in die Suche nach einem geeigneten Steuerberater – es lohnt sich.