Vom Cold-Email-Handwerk zur Vertriebsmaschine: Warum Janik Deimann nach seinem Agenturverkauf noch einmal von vorne angefangen hat

Zehn Jahre lang hat Janik Deimann gelernt, wie man fremde Unternehmen anspricht und daraus Kunden gewinnt. Ende 2025 verkaufte er seine Hamburger Agentur Leantree im sechsstelligen Bereich. Statt die nächste Agentur aufzubauen oder ein größeres Team zu führen, entschied er sich für das Gegenteil: möglichst wenig Organisation, möglichst viel Technologie.
Mit der Deimann Com GmbH baut er heute AI-native Software und Vertriebssysteme. Das erste Produkt, Leadscraper, recherchiert B2B-Zielkunden mit KI direkt im öffentlichen Web. Daraus entstanden inzwischen Autopilot, ein vollständig gemanagtes Outbound-System, und Handschriftpost für automatisierte, physische Geschäftspost.
Im Gespräch erklärt Deimann, warum ihn große Teams heute weniger interessieren als gute Systeme, weshalb Distribution für ihn wichtiger ist als die nächste Produktidee und warum er nach seinem Exit wieder selbst tief im Maschinenraum sitzt.
Janik, was machst du heute?
Ich baue mit der Deimann Com GmbH eigene Softwareprodukte und Systeme für B2B-Vertrieb.
Das erste Produkt ist Leadscraper. Du beschreibst in normalen Worten, welche Unternehmen du suchst und welche Personen dort für dich relevant sind. Das System recherchiert anschließend im öffentlichen Web, bewertet Unternehmen und Ansprechpartner und liefert dir nicht nur einen Datensatz, sondern auch die Begründung und Quellen dahinter.
Der wichtige Unterschied für mich ist: Wir versuchen nicht, eine immer größere Datenbank zu besitzen. Wir bauen eine Research Engine.
Ich komme aus dem Vertrieb und nicht aus der klassischen Softwareentwicklung. Deshalb denke ich bei dem Produkt auch nicht zuerst in Features. Die Frage ist immer: Welche Arbeit müsste ein guter Sales Researcher jetzt erledigen – und wie bekommen wir diese Arbeit durch Software und KI erledigt?
Davor hast du mehr als zehn Jahre die Agentur Leantree aufgebaut. Was hat diese Zeit mit Leadscraper zu tun?
Eigentlich fast alles.
Wir mussten bei Leantree irgendwann jeden Monat zuverlässig neue Kunden gewinnen. Und ich habe relativ früh gemerkt, dass mir dieser Teil deutlich besser liegt als vieles andere im Agenturgeschäft.
Wer ist überhaupt ein guter potenzieller Kunde? Warum gerade dieses Unternehmen? Wen muss ich dort erreichen? Was schreibe ich dieser Person, damit es nicht nach einer generischen Sales-Mail aussieht? Wann fasse ich nach?
Das hört sich simpel an, aber wenn du das über Jahre und tausende Kontakte machst, entsteht sehr viel implizites Wissen.
Leantree hat über die Jahre mehr als 1.000 Kundenprojekte umgesetzt. Der für mich spannendste Teil daran war rückblickend aber nicht das Projektgeschäft selbst. Es war die Maschine davor, die immer wieder neue Gespräche erzeugt hat.
Heute versuche ich genau dieses Wissen in Software zu übersetzen.
Warum hast du die Agentur dann verkauft?
Weil ich irgendwann verstanden habe, dass größer nicht automatisch besser bedeutet.
Mit einer Agentur wachsen Umsatz und Team, aber gleichzeitig wächst sehr schnell die organisatorische Komplexität. Mehr Mitarbeiter, mehr Abstimmung, mehr Projekte, mehr Management. Irgendwann besteht dein Job nicht mehr aus den Dingen, wegen denen du ursprünglich Unternehmer geworden bist.
Und ich musste mir irgendwann eingestehen: Meine größte Stärke ist nicht, möglichst viele Menschen und Kundenprojekte parallel zu verwalten.
Meine Stärke liegt viel früher in der Wertschöpfungskette. Ich kann relativ gut erkennen, wie man einen Markt strukturiert, die richtigen Unternehmen findet und daraus einen wiederholbaren Vertriebsprozess baut.
Als generative KI plötzlich immer leistungsfähiger wurde, war für mich deshalb nicht die interessante Frage: Wie kann ich meine bestehende Agentur zehn Prozent effizienter machen?
Die interessantere Frage war: Wie würde ich eine Firma bauen, wenn ich heute noch einmal bei null anfangen könnte und davon ausgehe, dass ein großer Teil klassischer Wissensarbeit künftig von Software erledigt wird?
Diese Frage fand ich interessanter als die nächste Wachstumsstufe der Agentur.
Also habe ich verkauft und noch einmal neu angefangen.
Was hast du dabei über dich selbst gelernt?
Dass man als Gründer ziemlich viel Zeit damit verschwenden kann, seine Schwächen auf ein akzeptables Niveau zu bringen.
Ich habe lange gedacht, ein guter Unternehmer müsse irgendwann automatisch ein guter Manager sein, große Teams führen, Prozesse verwalten und eine richtige Organisation aufbauen.
Heute sehe ich das anders.
Mich interessiert Leverage. Ich möchte etwas einmal gut durchdenken und anschließend hundert- oder tausendmal ausführen lassen.
Deshalb passen Software und KI sehr gut zu mir.
Wenn ich heute merke, dass eine bestimmte Arbeit immer wieder anfällt, ist mein erster Gedanke nicht mehr: Wen können wir dafür einstellen?
Die erste Frage ist: Warum muss ein Mensch diese Arbeit überhaupt jedes Mal neu machen?
Das verändert ziemlich fundamental, wie man eine Firma baut.
Ist das auch die Idee hinter Deimann Com?
Ja. Ich sehe Deimann Com nicht als klassische Softwarefirma, bei der das Ziel automatisch darin besteht, irgendwann 50 oder 100 Mitarbeiter zu beschäftigen.
Mich interessiert eher das Gegenmodell.
Wie viel wirtschaftlichen Output kann eine sehr kleine Firma erzeugen, wenn KI nicht nur ein Werkzeug für einzelne Mitarbeiter ist, sondern Teil der eigentlichen Betriebsschicht?
Research, Support, Teile von Sales, Operations, Analyse und zunehmend auch Entwicklung lassen sich heute ganz anders organisieren als noch vor drei Jahren.
Ich arbeite deshalb mit einer sehr kleinen Struktur, spezialisierten Entwicklern und sehr vielen automatisierten Workflows.
Das Ziel ist nicht „keine Menschen“.
Das Ziel ist, Menschen nur dort einzusetzen, wo menschliches Urteil tatsächlich einen Unterschied macht.
Wie wurde daraus Leadscraper?
Aus einem eigenen Problem.
Wenn du Outbound machst, beginnt fast alles mit Research. Und klassische Lead-Datenbanken funktionieren dabei immer nach demselben Prinzip: Jemand hat irgendwann Informationen gesammelt, strukturiert und in eine Datenbank geschrieben. Dann filterst du diese Vergangenheit.
Das reicht aber nicht, wenn deine Zielgruppe spezifischer wird.
Vielleicht suchst du nicht einfach „Maschinenbauer mit 50 bis 200 Mitarbeitern“, sondern Unternehmen, die gerade ihre Produktion erweitern, eine bestimmte Technologie einsetzen, offene Stellen in einem Bereich haben oder bei denen es einen anderen konkreten Anlass für eine Ansprache gibt.
Dafür brauchst du Recherche.
Und genau da sind moderne KI-Systeme interessant geworden.
Leadscraper recherchiert Unternehmen deshalb zum Zeitpunkt der Suche aus öffentlichen Quellen. Der Nutzer beschreibt sein Ideal Customer Profile in natürlicher Sprache, und das System versucht herauszufinden, welche Unternehmen tatsächlich dazu passen und welche Ansprechpartner relevant sind.
Zu den Ergebnissen liefern wir Quellen und Begründungen.
Ich will damit nicht die größte B2B-Datenbank Europas bauen.
Ich will die beste Research-Schicht für europäischen Outbound bauen.
Warum der Fokus auf Europa?
Weil Europa schwieriger ist.
In den USA gibt es riesige Datenanbieter und eine deutlich aggressivere Sales-Kultur. Europa ist fragmentierter. Andere Sprachen, unterschiedliche Märkte, Datenschutz, schlechtere Datenabdeckung und teilweise völlig andere Erwartungen an Ansprache.
Viele amerikanische Sales-Tools funktionieren hier deshalb nur bedingt.
Genau das macht den Markt für mich interessant.
Wenn ein System vernünftig in Deutschland, Frankreich, Polen oder den Niederlanden recherchieren kann, Quellen nachvollziehbar macht und mit öffentlichen Daten arbeitet, löst es ein schwierigeres Problem als den nächsten LinkedIn-Datensatz herunterzuladen.
Leadscraper gibt den Kunden aber zunächst einmal nur Leads. Warum ist daraus Autopilot entstanden?
Weil ich relativ schnell gemerkt habe, dass eine bessere Liste alleine das Problem vieler Unternehmen nicht löst.
Du kannst einem Unternehmen 500 perfekt recherchierte Firmen geben. Wenn danach niemand konsequent anschreibt, Follow-ups verschickt, Antworten verarbeitet und die Kampagne jede Woche weiterentwickelt, passiert trotzdem nichts.
Genau daran scheitert Outbound erstaunlich oft.
Am Montag ist die Motivation groß. Zwei Wochen später kommt ein Kundenprojekt dazwischen. Dann werden drei Tage keine Follow-ups geschickt. Anschließend stimmen die Daten nicht mehr. Und einen Monat später heißt es: Cold Outreach funktioniert bei uns nicht.
Dabei wurde häufig nie wirklich ein System daraus.
Autopilot ist deshalb im Grunde Leadscraper plus zehn Jahre operatives Outreach-Wissen.
Wir übernehmen Research, Ansprache, Follow-ups und Teile der Antwortqualifizierung. Der Kunde soll nicht noch ein weiteres Sales-Tool bedienen müssen. Er soll am Ende mit den Unternehmen sprechen, bei denen tatsächlich ein Gespräch sinnvoll ist.
Dann bist du mit Autopilot eigentlich wieder im Dienstleistungsgeschäft.
Teilweise. Aber mit einem entscheidenden Unterschied.
Ich möchte keine klassische Agentur mehr bauen, bei der jeder neue Kunde proportional mehr Mitarbeiter benötigt.
Autopilot ist für mich eher ein Labor für die Software.
Alles, was wir dort immer wieder manuell machen müssen, ist ein Kandidat für Automatisierung.
Wenn ein Research-Schritt ständig vorkommt, bauen wir ihn in Leadscraper. Wenn Antworten immer nach denselben Mustern verarbeitet werden, automatisieren wir sie. Wenn bestimmte Kampagnen besser funktionieren, fließt das wieder in unsere Systeme.
Dadurch entsteht ein Kreislauf:
Wir bauen Software, setzen sie selbst unter realen Bedingungen ein und verwenden das, was wir dabei lernen, um die Software wieder besser zu machen.
Ich halte das für deutlich interessanter, als Software zu entwickeln und anschließend darauf zu hoffen, dass Kunden sie so benutzen, wie man es sich im Produktmeeting vorgestellt hat.
Gleichzeitig verschickt ihr inzwischen handgeschriebene Briefe. Das klingt erst einmal ziemlich analog für eine AI-first Company.
Genau deshalb finde ich es spannend.
Ich bin nicht ideologisch digital.
Wenn eine E-Mail der beste Kanal ist, schicken wir eine E-Mail. Wenn ein handgeschriebener Brief zehnmal stärker auffällt, dann schicke ich einen Brief.
Der Empfänger interessiert sich nicht dafür, ob mein Funnel technisch elegant ist. Er reagiert oder er reagiert nicht.
Gerade Entscheider bekommen teilweise hunderte digitale Kontaktversuche. Ein persönlich adressierter Brief liegt dagegen physisch auf dem Tisch.
Wir haben deshalb angefangen, das für unsere eigenen Kampagnen zu testen und die Produktion dahinter immer stärker zu automatisieren.
Dabei ist Handschriftpost.de entstanden.
Was bedeutet „automatisieren“ bei einem handgeschriebenen Brief?
Vorne kann der Prozess komplett digital sein.
Ein CRM, Shop oder KI-Agent entscheidet beispielsweise, dass ein bestimmter Kunde eine Karte bekommen soll. Die Daten werden übergeben, das Schreiben vorbereitet und anschließend physisch produziert und verschickt.
Geschrieben wird mit einem echten Stift auf Papier.
Mich reizt genau diese Kombination: modernste Software im Hintergrund und ein Ergebnis, das sich für den Empfänger überhaupt nicht digital anfühlt.
Wir bauen inzwischen eigene Abläufe rund um Schreiben, Drucken, Zuordnung und Versand.
Das ist eigentlich ein gutes Beispiel dafür, wie ich gerne arbeite: Erst etwas selbst machen, merken, wo es nervt, und dann so lange Systeme darum bauen, bis aus einem manuellen Vorgang Infrastruktur wird.
Funktioniert physische Post im B2B-Vertrieb wirklich besser?
Bei unseren bisherigen eigenen Kampagnen sehen wir sehr hohe Öffnungsraten und teilweise Antwortquoten von über zehn Prozent.
Man muss solche Zahlen allerdings im Kontext sehen. Ein guter Brief ist nicht einfach eine Cold Mail auf Papier.
Wenn dort „Sehr geehrte Damen und Herren, wir sind ein innovativer Anbieter…“ steht, kannst du dir das Porto sparen.
Interessant wird es, wenn du vorher vernünftig recherchierst.
Wenn ich weiß, dass ein Unternehmen gerade eine neue Halle eröffnet, einen bestimmten Mitarbeiter sucht oder offensichtlich vor einem konkreten Problem steht, kann ich einen Brief schreiben, der sich tatsächlich auf dieses Unternehmen bezieht.
Das Research davor ist deshalb wichtiger als die Handschrift selbst.
Und da schließt sich der Kreis wieder zu Leadscraper.
Kaltakquise und Datenschutz sind gerade in Deutschland sensible Themen. Wie gehst du damit um?
Vor allem ohne so zu tun, als gäbe es einen magischen „DSGVO-konform“-Button.
Datenschutz und Wettbewerbsrecht sind zwei unterschiedliche Themen, und ob eine konkrete werbliche Ansprache zulässig ist, hängt vom Einzelfall ab.
Auf Produktseite versuchen wir deshalb vor allem, Nachvollziehbarkeit zu schaffen: öffentliche Quellen, Quellenangaben zu recherchierten Informationen, Sperrlisten und saubere Prozesse für Widersprüche.
Aber ich würde keinem Kunden erzählen, dass irgendeine Software seine individuelle Kaltakquise automatisch rechtssicher macht.
Das wäre unseriös.
Die rechtliche Bewertung einer konkreten Kampagne gehört im Zweifel zu einem entsprechend spezialisierten Anwalt.
Du entwickelst sehr nah an deinen Kunden. Ist das bei einem Softwareunternehmen nicht irgendwann hinderlich?
Es wäre hinderlich, wenn wir jeden individuellen Wunsch bauen würden.
Darum geht es mir aber nicht.
Ich will sehen, wo Menschen immer wieder dieselben Probleme haben.
Wenn zehn Kunden an derselben Stelle hängen bleiben, ist das wahrscheinlich kein Supportproblem. Dann ist das Produkt dort schlecht.
Diese Distanz fehlt meiner Meinung nach vielen Gründern irgendwann. Die Firma wächst, zwischen Kunde und Gründer entstehen Customer Success, Product Management, Ticketsysteme und Meetings. Irgendwann bekommt derjenige, der die wichtigsten Produktentscheidungen trifft, nur noch Zusammenfassungen.
Darauf habe ich momentan wenig Lust.
Wenn ein Nutzer an einer Stelle flucht, will ich möglichst genau wissen, warum.
Du sprichst oft über AI-first. Was bedeutet das für dich konkret?
Nicht ChatGPT für E-Mails benutzen.
AI-first bedeutet für mich, dass du die Organisation selbst anders entwirfst.
Die meisten Unternehmen wurden für eine Welt gebaut, in der zusätzliche Arbeit fast automatisch zusätzliche Mitarbeiter bedeutet.
Genau diese Annahme verändert sich gerade.
Wenn Software selbst recherchieren, analysieren, schreiben, programmieren, priorisieren und zunehmend auch andere Software bedienen kann, stellt sich plötzlich eine andere Frage:
Welche Teile einer klassischen Firma braucht man eigentlich noch?
Das finde ich momentan fast spannender als einzelne KI-Modelle.
Ich versuche Deimann Com deshalb so aufzubauen, als wäre diese Entwicklung bereits deutlich weiter fortgeschritten.
Manches funktioniert erstaunlich gut. Manches überhaupt nicht.
Aber genau deshalb möchte ich es selbst ausprobieren und nicht nur darüber reden.
Ist das auch der Grund, warum du nach dem Agenturverkauf wieder so operativ arbeitest?
Ja.
Ich habe kein Interesse daran, nach einem Exit nur noch Strategie zu machen und anderen Leuten beim Arbeiten zuzusehen.
Ich mag es, Dinge zu bauen.
Aktuell kann ich morgens an einer Kampagne arbeiten, mittags mit einem Entwickler ein Produktproblem lösen und abends einen Ablauf für eine Maschine umbauen, die Briefe schreibt.
Das ist teilweise chaotisch, aber genau aus diesen Überschneidungen entstehen bei mir meistens die interessanteren Ideen.
Leadscraper hätte es ohne meine Erfahrung im Vertrieb nicht gegeben.
Autopilot hätte es ohne Leadscraper nicht gegeben.
Und Handschriftpost hätte es ohne unsere eigenen Outreach-Kampagnen nicht gegeben.
Ich plane solche Dinge deshalb nicht fünf Jahre im Voraus.
Ich baue ein System, benutze es selbst und schaue, welches Problem als Nächstes sichtbar wird.
Was ist die größere Idee hinter Deimann Com?
Ich möchte herausfinden, wie eine neue Generation kleiner Softwareunternehmen aussehen kann.
Bootstrapped, profitabel, technologisch sehr stark und mit extrem wenig organisatorischem Ballast.
Vielleicht besteht ein Unternehmen mit mehreren Millionen Euro Umsatz künftig nicht mehr automatisch aus 50 Menschen.
Vielleicht sind es fünf sehr gute Leute, eine Reihe spezialisierter Partner und eine große Menge Software und Agents.
Oder irgendwann noch weniger.
Das ist die Wette hinter Deimann Com.
Leadscraper ist gerade das wichtigste Produkt. Aber die Firma dahinter interessiert mich langfristig fast genauso sehr wie das einzelne Produkt.
Was würdest du einem Gründer raten, der heute anfängt?
Ich würde Distribution früher ernst nehmen.
Viele Gründer verbringen sechs Monate damit, etwas zu bauen, und überlegen sich anschließend zum ersten Mal ernsthaft, wer es eigentlich kaufen soll.
Ich würde es andersherum machen.
Such dir zehn Unternehmen, die perfekte Kunden wären. Versuch, mit ihnen zu sprechen. Verstehe, warum sie reagieren oder nicht reagieren. Wenn du es nicht schaffst, zehn vernünftige Gespräche zu bekommen, lösen weitere zwanzig Features dieses Problem wahrscheinlich nicht.
Und ich würde mir relativ früh die unangenehme Frage stellen: Was kann ich tatsächlich außergewöhnlich gut?
Nicht: Was würde ein guter CEO theoretisch alles können?
Bei mir hat es ziemlich lange gedauert, bis ich verstanden habe, dass ich nicht der beste Allrounder werden muss.
Ich muss die Dinge, in denen ich gut bin, so stark hebeln, dass der Rest weniger wichtig wird.
Genau das versuche ich heute mit Software und KI.
