Wachstumsbranche: Online-Casinos auf Erfolgskurs

Glücksspiel im Internet erfreut sich weltweit großer Beliebtheit. Auch in Deutschland ist die Branche auf Wachstumskurs. Die Marktforschung schätzte den Branchenumsatz 2019 hierzulande auf etwa 2,2 Milliarden Euro. 2024 wird bereits ein Umsatz von 3,3 Milliarden Euro erwartet. Ein erwartetes Umsatzplus von 50 % in fünf Jahren klingt beeindruckend. Ist aber durchaus nicht unrealistisch.

Glücksspiel fasziniert offline und online

Das Glücksspiel an sich ist eine uralte Erfindung. Beispielsweise waren schon im Alten Rom Lotterien beim Volk beliebt. Spezielle Orte für organisiertes Glücksspiel entstanden vermutlich erst später. Ein Spielhaus soll es schon 1396 in Frankfurt am Main gegeben haben. Als erstes richtiges Casino gilt allerdings das 1638 in Venedig eröffnete Ridotto. Auch der Name „Casino“ stammt aus Venedig und bedeutet so viel wie „kleines Haus“. Die Idee des Casinos breitete sich schnell in Europa und der Welt aus. Auch in Deutschland waren Casinos bald beliebt. 1720 eröffnete die erste richtige deutsche Spielbank in Bad Ems. Es folgten weitere in anderen Städten. Trotz zeitweiliger Verbote war und ist das Glücksspiel ein fester Bestandteil der Unterhaltungsindustrie in Deutschland und der Welt.
Mit der Entwicklung von Computern und Internet eröffneten sich noch einmal ganz neue Möglichkeiten. Vom Online-Spiel zum Online-Glückspiel ist es schließlich nur ein kleiner Schritt. Bereits ab Mitte der 90er Jahre war das virtuelle Glücksspiel ein Thema. Damals steckte die Technologie zum Spielen und Bezahlen im Netz noch mehr oder weniger in den Kinderschuhen, aber der Markt wuchs rasant. 1996 gab es 15 Anbieter von Online-Glücksspielen, 1998 bereits mehrere Hundert.

Legal, illegal oder egal?

Das Online-Glücksspiel ist inzwischen zum Milliardenmarkt angewachsen. Ein Online Spielotheken Vergleich zeigt, wie breit der Markt mittlerweile aufgestellt ist. In Deutschland, allerdings nicht nur dort, erwies sich dabei vor allem die Rechtsfrage bislang als Problem für Staat, Spieler, aber auch für seriöse Anbieter.
Das organisierte Glücksspiel ist in Deutschland legal, allerdings nur mit staatlicher Lizenz. Bei stationären Spielhallen oder Spielbanken eine klare Sache. Bei Online-Anbietern, die prinzipiell überall auf der Welt stationiert und dort auch legal sein können, sieht das anders aus. Lange Zeit bewegten sich Online-Casinos und deren Nutzer in Deutschland damit in einer rechtlichen Grauzone. Mit dem 2021 in Kraft getretenen neuen Glücksspielstaatsvertrag soll das anders werden. Online-Anbieter können nun deutsche Lizenzen erhalten und müssen sich dafür an gesetzliche Vorgaben halten.

Legalisierung und Digitalisierung als Wachstumsfaktoren

Die meisten Anbieter von Online-Casinos begrüßen die neue Rechtssicherheit und sehen sie als Chance. Die Lizenzierung bietet den Kunden mehr Sicherheit und schwächt unseriöse Konkurrenten. Während stationäre Casinos für high-class Entertainment standen, hatten Online-Casinos bislang ein fragwürdiges Image. Das könnte sich jetzt ändern und ist sicherlich ein Hauptgrund für die positiven Prognosen.
Auch die zunehmende Digitalisierung wirkt sich aus. Spieler sind nicht mehr ortsgebunden. Mit Smartphone oder Tablet kann jederzeit und fast überall gespielt werden. Und auch das Spielerlebnis entwickelt sich weiter. Durch Echtzeitchats und Live-Spiele mit echten Croupiers nähern sich einige Anbieter dem stationären Casino immer mehr an. In Zukunft könnten sogar Virtual- oder Augmented-Reality-Angebote das heimische Wohnzimmer in ein realitätsnahes Casino verwandeln. Der Markt hat sein Potenzial also noch lange nicht ausgeschöpft.