Von Bitcoin Startups, Brokern und Risiken

Der Bitcoin Hype ist nicht nur für Anleger und Broker interessant, sondern beschert auch vielen Startu-ps eine hervorragende Ausgangsbasis für florierende Geschäftsmodelle. Wir haben einige kleine Unternehmen sowie Global Player unter die Lupe genommen und uns gefragt, wie es mit der Kryptowährung weitergehen könnte und welche Risiken sowohl Start-ups als auch Broker eingehen, die mit der Währung Geschäfte machen wollen.

Bitcoin-Start-ups im Trend

Nie zuvor gab es so viele Neugründungen, die ihr Geschäftsmodell auf der Kryptowährung aufbauen. Was den Markt für Existenzgründer so interessant macht, möchten wir im Folgenden kurz erläutern und anschließend einige Newcomer im Bereich der Kryptowährung Bitcoin vorstellen.

Vorteile für Bitcoin-Start-ups

Im Gegensatz zu vielen Investoren, Venture-Capital Unternehmen oder auch Business Angels, die sich ebenfalls dem Markt der Alternativwährung zuwenden, haben Unternehmen, die Dienstleistungen rund um den Bitcoin anbieten mit nur wenigen Risiken zu kämpfen. Da alle Wechselkurse und Werte stets live berechnet und eingebunden werden können, muss sich beispielsweise ein Anbieter für ein digitales Krypto-Portemonnaie keine Sorgen darum machen, durch eine falsche Wertangabe im Falle einer Auszahlung in den Ruin zu gehen, da alle Transaktionen stets in Echtzeit und auf Basis des aktuellen Kurses ausgeführt werden können. Der Markt professionalisiert sich zunehmend und das einzige wirkliche Risiko, das ein Einstieg als Dienstleister zum jetzigen Zeitpunkt mit sich bringt, ist ein Einbruch des Marktes und somit der Verlust der Attraktivität: durch den derzeitigen Hype ist natürlich auch die Nachfrage sehr groß. Bei sinkender Nachfrage wird sich der Markt der Dienstleister entsprechend von allein bereinigen.

Drei Startups, die den Sprung gewagt haben

all4btc: Das Berliner Startup sorgt für Aufsehen, denn es öffnet Bitcoins für den kompletten Markt, indem es Kunden ermöglicht, gegen eine prozentuale Gebühr von derzeit 5% in großen Handelsplattformen mit Bitcoins zu bezahlen. Dadurch kann jeder seine Amazon-, Ebay- oder Dell-Bestellung einfach und unkompliziert mit Bitcoins bezahlen, ohne dass der Händler dazu Bitcoins akzeptiert. Das interessante daran ist, dass die Berliner dies einfach über den direkten Kauflink, den der Kunde übermittelt, realisieren. Unkompliziert, einfach und schnell. Dieses Prinzip ist für praktisch alle Seiten nutzbar, auf denen sich Waren oder Dienstleistungen erwerben lassen. Durch einen solchen Service wird es praktisch zur Nebensache, ob große Händler Bitcoins akzeptieren oder nicht, auch wenn einige Experten davon ausgehen, der Bitcoin Hype sei durch die Ankündigung von Amazon gepusht worden, über die Einführung von Bitcoins als Zahlungsmittel nachzudenken.

Bitwala: Bitwala ist ein Berliner Startup, das bereits 2015 gegründet wurde und internationale Geldtransfers in Sekundenschnelle möglich macht. So lassen sich nicht nur Rechnungen bezahlen, sondern auch Prepaid-Karten aufladen und Geld anfordern. Interessant ist dabei sicherlich die Tatsache, dass es bereits ab 0,5% Gebühren möglich ist, Geld zu transferieren. Damit avanciert der Bitcoin zur ernstzunehmenden Konkurrenz im internationalen Zahlungsverkehr. Im Vergleich zu Standard SWIFT-Überweisungen ist man somit nicht nur deutlich schneller, sondern auch deutlich günstiger. Zum Vergleich: Für eine Überweisung in Höhe von 300 Euro von Deutschland nach China können bei einer traditionellen Überweisung Gebühren in Höhe von bis zu 60 Euro anfallen. Im Grunde bietet Bitwala Bankkonten auf Blockchain-Basis an und hat damit im Jahr 2015 genau den Zahn der Zeit getroffen, wie auch Business Insider berichtete.

Bitbond: Das Berliner Startup bietet einen Peer-to-Peer-Marktplatz, auf dem Kleinunternehmer Darlehen von Privatpersonen bekommen können. Dies könnte die Darlehenswelt revolutionieren, denn jedes kleine Unternehmen weiß, wie aufwendig und teilweise aussichtslos es ist, bei einer Bank einen Kredit in Höhe von einigen tausend Euro zu beantragen. Bitbond macht es so einfach wie nie zuvor und hat im Februar 2017 eine Finanzierung von Ex-Roland-Berger-Berater Radoslav Albrecht in Höhe von 1,2 Millionen Euro erhalten. Kurz darauf folgte im Mai ein Darlehen in Höhe von 5 Millionen Euro für weitere Investitionen von Obotritia Capital.

Weltmarktführer?

Ist euch etwas aufgefallen? Alle Startups sind deutsche Startups und zurzeit stehen die Anzeichen extrem gut, dass Deutschland im Bereich der Blockchain zum Marktführer avancieren kann. Derzeit ist Europa den USA hier weit voraus, denn die Startups fanden in den letzten Jahren insbesondere im internationalen Zahlungsverkehr Nischen, die selbst US-Firmen intensiv verfolgen. Gerade Startups haben enormes Potenzial, Nischen zu erkennen und gewinnbringend zu füllen. Dieser Erfolg, den Deutschland und Europa in dieser Tech-Nische verbuchen kann, kann zu einem ganz großen Trumpf werden.

Finanzwelt und Bitcoins – Fluch oder Segen?

Es ist kein Geheimnis, dass Analysten und Marktexperten seit der Halbierung des Bitcoin-Kurses Anfang 2018 zwiegespalten sind. Während die einen, wie Hedgefond-Manager Brian Kelly, der Auffassung sind, jetzt sei der richtige Zeitpunkt einzusteigen, raten andere, wie der Broker Thomas Peterffy, dringend davon ab, in den Bitcoin zu investieren, da er über kurz oder lang einen Totalverlust erwartet. Fakt ist, dass viele Forex-Broker den Handel mit der Kryptowährung mittlerweile erlauben und es schon jetzt sehr leicht ist, hochriskante Wetten gegen den Bitcoin-Hype abzuschliessen.

Wirft man einen Blick auf die besten Forex Broker am deutschen Markt, stellt man schnell fest, dass die Anzahl an Brokern, bei denen sich auch Bitcoins traden lassen, stetig zunimmt. Selbst unter Plattformen, die ausschließlich angesehene und regulierte Forex-Broker listen, nimmt die Anzahl an Anbietern, die Bitcoin-Handel zulassen, stetig zu. Insbesondere dies könnte über lange Sicht aber zum Fluch werden, insofern Bitcoin-Futures nicht anders behandelt werden, als reine Käufe. Denn der Handel mit Bitcoin-Futures ist aufgrund der extrem hohen Volatilität, dem der Bitcoin unterliegt, sehr riskant und unkalkulierbar. So können Termingeschäfte für eine digitale Währung, die innerhalb eines Monats auf 20.000 $ anstieg und kurz darauf die Hälfte an Wert schon wieder verlor, ein enormes Risiko für Anleger und Broker gleichermaßen sein. Daher sollte man sich vor einer Investition bewusst sein, welche Kriterien die besseren Broker ausmachen. Wenn sich nämlich weitere Investoren der Währung annehmen und die Akzeptanz weiter steigt, kann ein eventueller Totalverlust zu einem derzeit kaum zu bemessenden finanzwirtschaftlichen Schaden führen. Andererseits locken aber natürlich ebenso lukrative und hohe Gewinne.

Mit den Finanzregulierungen vereinbar?

Es kann sich sicherlich mit steigendem Interesse zu einem großen Problem entwickeln, dass Bitcoins keinerlei Regulierung unterliegen. Dies macht es schwer, Steuern zu erheben, Schwarzgeld zurückzuverfolgen oder terroristische Aktivitäten zu unterbinden. Dies in Verbindung mit der Tatsache, dass die Währung an nichts gebunden ist, könnte über lange Sicht dazu führen, dass Bitcoins in einer rechtlich eigenständigen Einheit abgerechnet werden, bei denen auch die Kunden etwaige Konsequenzen mittragen müssen. Andernfalls wären im Falle eines Kollaps auch andere betroffen, die sonst nur mit üblichen Divisenterminen-, Index- oder Zinsprodukten handeln.

Umso deutlicher wird der stetig zunehmende Einfluss, wenn man sich vor Augen hält, dass bis 2030 21 Millionen Bitcoins im Umlauf sein werden. Bei einem derzeitigen Wert (27. Januar 2018) von rund 8.404,71 € entspräche das der gigantischen Summe von 168 Milliarden Euro – dem Dreifachen Brutto-Inlandsprodukt von Luxemburg.

Bildquellen

  • startup: © Geralt | pixabay.com
  • stock-market: © Geralt | pixabay.com
  • matrix: © designwebjae | pixabay.com
  • bitcoin-2018: © jaydeep | pixabay.com