Trading-Apps verzeichnen dank Gamestop-Effekt Rekordmonat

Für Robo-Advisor ist der Januar erfahrungsgemäß ein starker Monat. In diesem Jahr waren die Zuwächse aber besonders hoch. Wesentlich verantwortlich hierfür war der Run von Privatanlegern auf die Aktie der angeschlagenen US-amerikanischen Computerspiel-Einzelhandelskette GameStop. Zu den großen Gewinnern gehören Scalable Capital und Trade Republic aus Berlin.

Trade Republic trotz Shitstorm auf Wachstumskurs

Auch nach einigen Wochen wird das Thema GameStop noch leidenschaftlich diskutiert. Hier ist etwa der Shitstorm zu nennen, mit dem sich die Broker App Trade Republic konfrontiert sah, nachdem sie den Handel mit beliebten Aktien wie denen von GameStop, Blackberry und AMC für einige Stunden gesperrt hatte. Gründer Christian Hecker sprach im Interview mit Finance Forward von einer „beispiellosen Situation“.

Dessen ungeachtet verzeichnen wichtige Fintechs einen ertragreichen Monat. Scalable Capital überschreitet allein mit seinem Robo-Advisor die 300-Millionen-Euro-Marke. Branchenkennern zufolge wächst der erst vor Kurzem gestartete Dienst bereits um mehrere Tausend Kunden pro Tag. Daran dürfte nicht zuletzt die Kritik am größten Konkurrenten verantwortlich sein. Doch auch Trade Republic dürfte mit der aktuellen Lage zufrieden sein.

Angaben von Finanz-Szene zufolge soll das Unternehmen bereits über eine halbe Million Kunden verfügen. Laut Schätzungen von Airnow kam es an Spitzentagen auf bis zu 11.000 Downloads. Auch in den Apple-Download-Charts ist Trade Republic nach wie vor weit oben im Finanzbereich.

Scalable Capital wächst weiter

Bereits bei einem kurzen Blick in die Top Ten der Finanz-Apps erkennt man, wie dynamisch sich der Markt entwickelt. Neben Trade Republic gibt es hier noch drei weitere Trading-Apps – darunter auch Scalable Capital. Wie Branchenkenner berichten, konnte der Marktführer an manchen Tagen bis zu 3.000 neue Nutzer für seinen Online Broker gewinnen. Auch Gründer Erik Podzuweit erklärt: „Das Wachstum hat im Januar stark angezogen“. Verantwortlich seien unter anderem der Lockdown, die Diskussion um Gamestop, dynamische Märkte und der Jahresanfang, an dem sich viele Menschen mit ihren Finanzen beschäftigen.

Gleichzeitig tut sich auch bei der Konkurrenz einiges. So kommt etwa Smartbroker bei 85.000 Depots auf 2,5 Milliarden Euro on Assets. Weitere starke Werte im Robo-Advisor-Markt vermelden die Comdirect, Liquid, Raisin Invest, Growney, Quirion und die Sparkassen mit ihrem Angebot Bevestor.

Experten raten zu Diversifizierung

Auch wenn die Themen Aktien und Fonds in Zeiten niedriger Zinsen für Privatanleger immer mehr an Bedeutung gewinnen, raten Experten, andere Anlageklassen nicht aus den Augen zu verlieren.

Dabei wird vor allem die Bedeutung von physischen Werten wie Gold hervorgehoben. Gold gilt in Fachkreisen als ausgezeichneter Inflationsschutz und bietet mit seiner langfristig positiven Entwicklung auch Potenziale für stärker renditeorientierte Anleger.

Beim Kauf sollte man aber darauf achten, die passende Stückelung zu wählen und sich ausschließlich für Produkte mit anerkannten Qualitätssiegeln zu entscheiden. Hier sind vor allem die LBMA-Zertifizierung sowie die Europäische und die Schweizer Verantwortlichkeitsmarke zu nennen. Weitere Tipps zum Thema Goldkauf findet man in diesem Artikel von saechsische.de.

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