Start-ups: Risiko-Kapital oder solide Geldanlage

Vor 30 Jahren war das Internet nicht nur für Nutzer Neuland, auch Unternehmen wussten anfangs wenig mit der neuen Technik anzufangen. Inzwischen ist das World Wide Web zu einem ernstzunehmenden Umsatzmotor für viele Branchen geworden. Der Handel setzt jedes Jahr stetig mehr Waren übers Internet um. Mittlerweile erwirtschaften Unternehmen Milliarden durch Onlineversand und Online-Dienstleistungen. Große Versandhändler stehen exemplarisch für eine ganze Branche.

In den letzten Jahren hat diese Entwicklung nicht nur für einzelne Wirtschaftsbereiche Folgen. Regelmäßig tauchen Start-ups in den IPOs (Initial Public Offering) der Börsen auf. 2014 gehörte Zalando zu jenen Unternehmen, deren IPO auf ein breites Medienecho stieß. 2015 gingen SCOUT24 sowie PayPal Holdings Inc. an den Start – und 2016 Trivago. Sind die IPOs der Start-ups das Signal für Anleger, sich intensiver mit den Unternehmen zu beschäftigen? Oder droht eher das Risiko, Kapital mit den Start-ups zu verbrennen? Erfolg aus der Geldanlage wird nicht nur über die Assets entschieden. Damit hohe Orderkosten und Depotgebühren die Performance nicht zu stark abschmelzen, ist der Vergleich zwischen Brokern mindestens genauso wichtig wie der Blick hinter die Kulissen der Start-up-Szene. Eine Anlaufstelle für den Depotvergleich ist brokervergleich.net.

Börsengang: IT- und Hightech-Start-ups drängen aufs Parkett

In den letzten Jahren sind jedes Jahr Start-ups aus der IT- oder Hightech-Branche an die Börse gegangen. Besonders prominente Beispiele sind Facebook, Twitter oder GoPro. Alles Unternehmen, die in den 2000er Jahren entstanden und inzwischen Jahresumsätze im Milliardenbereich erwirtschaften.

Facebook und Twitter sind soziale Netzwerke, GoPro stellt die bekannten Action-Kameras für den Outdoor- und Adventuresektor her. Mit Zalando oder Rocket Internet sind in den vergangenen Jahren Unternehmen auch aus Deutschland an die Börse gegangen. Neben Marken, die in erster Linie aus dem Internet bekannt sind, zieht es aber auch Hightech-Start-ups, deren Fokus etwa auf erneuerbaren Energien liegt, aufs Parkett. Welches Anlagepotenzial bietet sich bei den Start-ups.

Start-up Aktien: Hohe Rendite oder hohes Risiko

Die Bewertung einiger Start-ups erreicht immer neuen Höhen. Analysen zeigen, dass in den USA etwa hundert Tech-Unternehmen existieren, die ohne Börsennotierung mehr als 1 Milliarde US-Dollar wert sind.

Firmen, die den Sprung an die Börse wagen, werden oft noch deutlich höher bewertet – mit entsprechenden Folgen für den IPO. Auf den ersten Blick sind die Aktien der Start-ups ein lohnendes Geschäft. Aber: Jede Medaille hat zwei Seiten. Und es gibt immer wieder Beispiele, anhand derer klar wird, dass Start-ups zum Risiko werden können.

Aus Sicht des Anlegers ist beispielsweise interessant, wie Bewertungen zustande kommen und wie sich Investoren, welche in die Start-ups eingestiegen sind, absichern. Über Liquidation Preferences-Regeln können sich Kapitalgeber Vorrechte im Hinblick auf Verkaufserlöse sichern. Ein weiteres Risiko ergibt sich aus den markttypischen Risiken. Es gibt heute mehr als ein Beispiel, an dem starke Kursschwankungen oder geradezu ein Absturz der Kurse nach dem IPO deutlich werden.

Start-ups verbrennen Geld

Um auf die Siegerstraße einzubiegen, muss Geld in die Hand genommen werden. Viele heute erfolgreiche Unternehmen haben als Start-up angefangen, das zuerst vor allem eines erwirtschaftet hat – Verluste. Es geht darum, schnell zu wachsen. Marketing und Vertrieb sind Kostentreiber in dieser Phase.

Der eigentliche Trick besteht darin, zum richtigen Zeitpunkt die Kehrtwende zu schaffen – und Geld zu verdienen. Ein exemplarisches Beispiel ist der Mode-Versandhändler Zalando. Bis 2013 wurden – trotz der Umsätze von mehr als einer Milliarde Euro – Verluste erwirtschaftet. Inzwischen sind die Zahlen allerdings positiv. Wer sich als Anleger für Start-ups interessiert, kann Rendite einfahren – muss auf der anderen Seite aber auch Risiken in Kauf nehmen.

Anleihen oder Crowdinvesting

Aktien sind aus Anlegersicht das Instrument Nummer 1 für Investments im Bereich Start-ups. Unternehmensanleihen sind – sofern sie emittiert werden – eine zweite Option. Der Vorteil: Rendite ist hier planbar, da Unternehmen für Anleihen eine feste Verzinsung vorsehen. Einige Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit zeigen, dass Unternehmensanleihen durch das Insolvenzrisiko in jedem Fall auf Herz und Nieren zu prüfen sind.

Crowdinvesting basiert auf der Idee, dass Gründer über Plattformen Kapital einwerben und Kapitalgeber hierfür eine feste Verzinsung oder eine Gewinnbeteiligung erhalten. Damit haben auch Kleinanleger die Chance, ein Start-up mitzugestalten und am Erfolg teilzunehmen. Aber: Geht die Rechnung nicht auf, ist das eingesetzte Kapital am Ende ein Totalausfall.

Fazit: Start-ups als Beimischung im Depot

Start-ups können Erfolg haben. Speziell rund um das Internet und die Hightech-Branche sind in der Vergangenheit Ideen entstanden, die niemand für erfolgversprechend hielt. Inzwischen gestalten einige dieser ehemaligen Start-ups das Netz mit. Aus dieser Tatsache einfach Selbstläufer abzuleiten ist falsch. Wer sich als Anleger für Anlagen mit Renditepotenzial entscheiden will, kann auf Start-ups als Beimischung fürs Depot setzen.

 

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    Ein Problem ist doch, dass es für ein Startup, das an die Börse will heutzutage erst mal nur um das Umsatzwachstum geht. Umsatzwachstum um jeden Preis führt zu einer höheren Bewertung. Doch Umsatz als Selbstzweck führt nun mal nicht zu Erträgen und man muss sich klar machen, bei aller Spekulation auf steigende Kurse ist ein Aktionär immer ein Eigentümer des Unternehmens und für diesen ist der Gewinn wichtig, nicht der Umsatz.
    Insbesondere für den „Otto-Normal“-Anleger gilt dieser Grundsatz, denn diese sind selten so früh dabei, dass sie am Umsatzinduzierten Anstieg teilhaben.
    Die Kunst ist also beim Börsengang zu erkennen, ob das Unternehmen die Fähigkeit hat, nach dem Börsengang von Umsatzanstieg auf Gewinnerzielung umzustellen oder nicht. Oder anders ausgedrückt: Ob etwas übrig bleibt, wenn man die Luft rauslässt.