Sind wir vom Smartphone abhängig?

Das smarte Gerät ist für uns Menschen zu einem alltäglichen Begleiter geworden. Studien ergaben, dass wir 88 Mal am Tag auf das Display schauen. Sechs Stunden beschäftigen wir uns im Schnitt täglich mit dem kleinen Telefon. Manche können auf das Smartphone gar nicht mehr verzichten und tragen es die ganze Zeit mit sich herum. Es gibt Apps für so ziemlich alles. Auch Startup-Gründer können hier von kostenlosen App-Angeboten profitieren. Ist die Geschichte des smarten Telefons gar die Rückentwicklung des Menschen? Anzeichen gibt es dafür. Schauen wir uns einmal auf der Straße und in den öffentlichen Räumen um, erkennen wir dahin schwelgende Personen, die im gebeugten Geh-Modus auf das Display starren und von ihrer Umwelt nichts mehr mitbekommen. Sie scheinen Geistesabwesend.

Das Smartphone wird zum Alleskönner

Viele unserer Fähigkeiten lassen wir außer Acht und vertrauen stattdessen dem Smartphone. Schüler geben an, dass sie der Ansicht sind, viele Dinge nicht mehr erlernen zu müssen. Schließlich beantwortet das Smartphone per Stimme oder Eingabe die Frage nach der Hauptstadt von Deutschland oder andere Details, die zum Grundwissen gehören. Tatsächlich nimmt die Anhängigkeit zu. Vor 30 Jahren, als die Evolution der Handys begann, ahnte davon noch niemand etwas. Immerhin war allein die Telefonminute so teuer, das wir am Ende des Monats mit der Abrechnung beinahe in Ohnmacht fielen. Kurzmitteilungen gab es damals noch nicht. Ganz zu schweigen von Flat-Rate Angeboten oder Diensten wie WhatsApp.

Heute hingegen rennen viele junge Menschen verwirrt durch die Gegend, mit einem festen oft starren Blick auf das Display des kleinen Geräts. Einige sind so vernarrt ins Gaming, dass sie die Realität längst vergessen haben. Doch ist das wirklich so schlimm, ist unsere Abhängigkeit so groß geworden?

1992 kam das erste smarte Gerät auf den Markt. Nein, es war kein Apple! Smart war es vielleicht nicht unbedingt, aber es war der erste Baustein auf dem Weg dorthin. Das IBM Simon war hart und schwer wie ein Stein und so groß wie ein Knochen. Aber es hatte das erste Touchdisplay. Gut, man musste schon mal richtig auf das Display hauen, aber ein Adressbuch und ein Kalender waren ebenfalls vorhanden. Nach und nach kamen dann die ganzen Kulthandys. In Japan war es das Toshiba Camesse. Das erste Handy mit einer eingebauten Kamera. Die Qualität der Kamera war wirklich schlecht, auf den Fotos waren oft nur Aliens erkennbar. Die erste 1-Megapixel Kamera kam mit dem Sharp GX30. Danach folgten die Kulthandys von Nokia, Wegbereiter für Apple und Google, die danach den Markt beherrschten. Seitdem ist das Smartphone nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken. Wir sind sogar bereit, mehrere Hundert Euro, oft sogar tausend Euro für ein kleines smartes Gerät auf den Tisch zu legen. Wahnsinn!

Abhängigkeit wird immer größer

Die Cloud wird bald die Festplatte unnötig machen. Immer mehr Startups setzen auf Innovationen in Bereich Cloud Computing oder nutzen diese kostensparende alternative zum eigenem Server. Auch dank dem neuen Mobilfunkstandard 5G ist eine Festplatte nicht mehr notwendig. Zugleich wird das Smartphone ein echter PC-Ersatz werden. Die Hardware ist vorhanden, nur noch die Software fehlt. Das Bargeld soll in den nächsten 10 bis 15 Jahren abgeschafft werden. Passiert das, sind wir fast komplett von dem kleinen Gerät abhängig!

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