Mit Online Praktikanten durchstarten: WIN-WIN für Unternehmen und Praktikanten

Studenten und Absolventen arbeiten in Praktika für Unternehmen, entlasten deren Mitarbeiter im Tagesgeschäft und bringen den häufig notwendigen frischen Wind. Im Gegenzug dafür, geben Firmen ihren Praktikanten die Gelegenheit Erfahrungen zu sammeln, erlernte Theorie in die Praxis umzusetzen und Unternehmensluft zu schnuppern.

Was in der Theorie sehr positiv klingt, wird in Wirklichkeit nicht immer von Praktikanten und Unternehmen so gesehen. Häufig profitiert eine der beiden Seiten stärker als die andere, was zu einer Art Zweckgemeinschaft führt, die auch in der Öffentlichkeit immer mehr an Ansehen verliert. Das Wort „Praktikum“ ist mit negativen Begriffen wie „Ausbeutung“ auf der einen Seite und „Kaffeekocher“ auf der anderen Seite behaftet – und das nicht ohne Grund.

Dieser Beitrag erörtert, warum Praktika absolviert bzw. angeboten werden, welche Vor- und Nachteile dies für die Betroffenen hat und wie man im digitalen Zeitalter aus dem Konzept „Praktikum“ eine echte WIN-WIN Situation schaffen kann.

Warum junge Menschen ein Praktikum absolvieren

Studierende messen Praktika grundsätzlich eine große Bedeutung zu. Mehr als zwei Drittel finden sogar, dass diese ein fester Bestandteil des Studiums sein müssen (Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung). Die Gründe, warum sich Schüler und Schülerinnen, Studenten und Studentinnen, andere Jugendliche oder junge Erwachsene für ein Praktikum entscheiden, sind allerdings vielseitig und können sowohl intrinsisch als auch extrinsisch motiviert sein.

Die sechs Hauptgründe, warum Praktika absolviert werden:

  • Berufsorientierung
  • Um neue und/oder praktische Fähigkeiten zu erwerben
  • Für den Lebenslauf
  • Pflichtpraktikum
  • Als (verpflichtender) Berufseinstieg
  • Um Geld zu verdienen

Ein wichtiges Argument, das für die Absolvierung eines Praktikums spricht, ist die Hilfe bei der Berufsorientierung, denn gerade junge Menschen haben oft falsche Vorstellungen von vermeintlichen Traumjobs oder sind sich unsicher, in welche Richtung sie sich nach dem Studium oder der Ausbildung orientieren sollen. Außerdem können im Unternehmen neue praktische Fähigkeiten erworben werden, insbesondere mit der Hilfe eines erfahrenen Tutors. Einige Praktikanten bewerben sich wiederum bei Unternehmen mit einem wohlklingenden Namen, um damit den CV zu schmücken bzw. um ihren persönlichen Marktwert zu steigern. Neben schulischen oder universitären Pflichtpraktika gibt es auch des (quasi-)verpflichtenden Praktikums als Einstieg in ein Unternehmen – eine Variante die wohl vor allem den Unternehmen Vorteile bringt. Last, but not least: Ein Praktikum wird absolviert, um Geld zu verdienen. Dass Geld allerdings nicht die vordergründige Motivation ist, zeigt die Tatsache, dass etwa 60 Prozent der Praktika in den Bereichen Kunst, Kultur, Forschung, Gesundheit und Soziales überhaupt nicht vergütet werden.

Warum Unternehmen Praktika anbieten

Über 90 Prozent der großen Unternehmen verfügen über formale Praktikumsprogramme und mehr als 96 Prozent planen, im nächsten Jahr Praktikanten aufzunehmen (Quelle: Internship & Co-op Survey 2015, NACE). Vor allem mittelständische Unternehmen und Konzerne verschaffen sich durch Praktikanten einen Wettbewerbsvorteil gegenüber kleinen Unternehmen, jungen Startups und Einzelunternehmern. Die Aufnahme von Praktikanten erfolgt aber nicht immer freiwillig und ist auch nicht immer sinnvoll.

Die vier Hauptgründe, warum Praktika angeboten werden:

  • Hilfe bei der Auswahl von Kandidaten für eine Festanstellung
  • Günstiger Zugang zu Arbeitskräften
  • Corporate Social Responsibility
  • Erfüllung von Quoten

Praktikum – Probezeit – Festanstellung: Bei dieser Variante ist das Praktikum ein verlängertes Vorstellungsgespräch, bei dem sich beide Seiten besser kennenlernen, um dann zu entscheiden, ob der nächste Schritt gewagt werden soll oder nicht. Diese Idealvorstellung repräsentiert aber nur einen kleinen Teil der absolvierten Praktika. Unternehmen stellen Praktikanten häufig auch deshalb ein, um vollwertige Arbeit zu leisten, die interne Mitarbeiter überfordert oder langweilt. Ein weiterer Grund, warum Betriebe jungen Menschen die Gelegenheit geben Berufserfahrung zu sammeln ist die soziale Verantwortung (Corporate Social Responsibility – CSR). Genauso wie bei der Erfüllung von vorgegebenen Quoten, z.B. wenn jede Abteilung einen Praktikanten pro Jahr aufnehmen muss, haben CSR-Praktika häufig sowohl für Unternehmen, als auch für Praktikanten mehr Nachteile als Vorteile: Die Firmen investieren oft kaum Zeit in die Betreuung und es werden unwichtige oder unnütze Aufgaben vergeben, um die Praktikanten zu beschäftigen. Infolgedessen ist auch die Wertschätzung der Mitarbeiter gegenüber den Praktikanten nicht immer akzeptabel. In diesen nicht selten auftretenden Fällen ist das Ergebnis eine Lose-Lose Situation, bei der keine der beiden Seiten einen echten Nutzen aus dem Praktikum zieht.

Die Vision: Online Praktikanten

Wie kann man aus dieser Hassliebe zwischen Unternehmen und Praktikanten eine echte Win-Win Situation machen? In der Theorie gelingt das, indem man ein System schafft, bei dem die negativen Punkte auf ein Minimum reduziert werden, die bestehenden Vorteile beibehalten und neue positive Elemente geschaffen werden.

In der Praxis könnte das so aussehen, dass Unternehmen nur noch dann Praktikanten einstellen, wenn eine wirkliche Chance auf eine Festanstellung besteht. In allen anderen Fällen sollten Unternehmen auf sogenannte Online Praktikanten zurückgreifen. Ein Online Praktikant arbeitet nicht von Zuhause aus, sondern sitzt mit anderen Praktikanten und Mitarbeitern im Büro – aber nicht etwa beim Unternehmen, für das er arbeitet, sondern in einem zentralen Komplex. Er heißt deshalb Online Praktikant, weil er aus Sicht der vielen Unternehmen, für die er arbeitet, über das Web erreichbar ist. Das Unternehmen hat in dieser Vision einen persönlichen Ansprechpartner, der die Aufgaben intern an verschiedene Praktikanten und feste Mitarbeiter verteilt und vor der Lieferung kontrolliert. Die Betreuung des Praktikanten und die Qualitätskontrolle durch das Unternehmen entfällt, was eine wesentliche Entlastung darstellt. Ein solches System hat, wenn es richtig, fair und konsequent umgesetzt wird, für alle Beteiligten große Vorteile.

Vorteile für Praktikanten:

  • Es können, aber es müssen keine fachfremden Aufgaben übernommen werden. Der Praktikant arbeitet in dem Gebiet, für das er oder sie ausgebildet wurde bzw. für das er oder sie sich am meisten interessiert
  • Eine fachlich kompetente und persönliche Betreuung ist garantiert
  • Es gibt immer etwas zu tun und man wird gebraucht
  • Der Praktikant arbeitet nicht für ein Unternehmen, sondern für viele Unternehmen aus verschiedenen Branchen und Ländern

Vorteile für Unternehmen:

  • Zugang zu vielen verschiedenen Praktikanten, mit unterschiedlichen Fähigkeiten
  • Ein einziger, persönlicher Ansprechpartner bei den Online Praktikanten verteilt die die Aufgaben an die geeigneten Mitarbeiter
  • Dem Online Praktikanten stehen feste Mitarbeiter und Profis zur Seite, die ihn beraten und vor allem bei schwierigen Aufgaben unterstützen. Dadurch wird eine qualitativ hochwertige Arbeit garantiert
  • Die Suche, Auswahl und Betreuung von Praktikanten entfällt. Das spart Zeit und Geld

Vorteile für Startups und Jungunternehmer:

  • Jungunternehmer haben in der Regel wenig Geld und noch weniger Zeit. Die Suche und Betreuung von Praktikanten erweist sich deshalb oft als schwierig
  • Auch ohne eigenes Büro oder Equipment können die Dienste von Online Praktikanten in Anspruch genommen werden
  • Kostengünstige Hilfe bei zeitraubenden Arbeiten oder in Bereichen, für die man selbst nicht über das nötige Know-How verfügt

Neben den praktischen und ökonomischen Gesichtspunkten hat die Vision der Online Praktikanten auch eine wichtige soziale Komponente. In Zukunft könnte es möglich sein, dass Unternehmen die Finanzierung von Praktika für Menschen mit physischen oder psychischen Beeinträchtigungen übernehmen. So kommt das Unternehmen seiner sozialen Verantwortung nach und es ist gleichzeitig garantiert, dass der Online Praktikant in einem barrierefreien Umfeld arbeitet und die Betreuung erhält, die seine oder ihre besondere Situation erfordert.

Weitere Informationen zum Unternehmen finden Sie auf www.online-praktikant.com

 

Bildquellen

  • praktikum: © Brooke Lark | unsplash.com
Thomas Aichner

Thomas Aichner

Thomas Aichner von Online Praktikant ist als Mitbegründer des Startups für das Marketing und die Personalentwicklung verantwortlich. Er hat neben diversen Praktika in KMUs auch ein Praktikum bei den Vereinten Nationen (UNO) in Wien und der Investmentbank JP Morgan in Frankfurt am Main absolviert. Außerdem hat er mehrjährige Erfahrung in der Markt- und Marketingforschung.