Initial Coin Offering – so bringen Start-ups eine eigene Kryptowährung auf den Markt

Eine der größten Herausforderungen von Start-ups ist die Beschaffung von Kapital. Gerade innovative und digitale Start-ups erhalten über die klassischen Quellen oft keine Finanzmittel. Dann ist Kreativität gefragt, um ausreichend Kapital für den erfolgreichen Start des Unternehmens zu organisieren. Eine dieser Optionen ist ein Initial Coin Offering (ICO). Hierbei erstellt das Start-up eine eigene Kryptowährung, beteiligt Investoren am Unternehmen und sammelt so Finanzmittel. Was zunächst unglaublich kompliziert klingt, ist in der Praxis viel einfacher als gedacht.

Die eigene Kryptowährung starten

Bei der Finanzierung eines Start-ups mit einer eigenen Kryptowährung gibt es ein paar Optionen. Am einfachsten ist es, das eigene System auf einer bestehenden Blockchain aufzubauen. Dies gelingt zum Beispiel mit der Blockchain von Ethereum. Kryptowährungen sind grundsätzlich Open Source. So finden sich die benötigten Komponenten auf GitHub. Auf diesem Weg lässt sich ein eigener Coin auf einem bestehenden Blockchain-System aufsetzen. Theoretisch ist dies in nur wenigen Minuten möglich.

Eine weitere Option ist es, Blockchain as a Service zu nutzen. Verschiedene Dienstleister, darunter auch bekannte Namen wie Amazon Web Services oder IBM, bieten inzwischen BaaS an. Der Vorteil ist, dass es keinerlei Arbeit mit der Verwaltung der eigenen Kryptowährung gibt. Dafür entstehen jedoch laufende Kosten, die aber Unternehmensausgaben sind.

Investoren finden – so gelangt die eigene Kryptowährung an die Öffentlichkeit

Die zweite Herausforderung ist es, die eigene Kryptowährung bekannt zu machen. Natürlich gibt es die Option, selbst Werbung bei potenziellen Investoren zu betreiben und das sollte grundsätzlich auch genutzt werden. Über die eigene Webseite lässt sich ebenfalls über das Projekt informieren.

Da eine eigene Kryptowährung auch eine Form der Crowd- oder Cloud-Finanzierung ist, ist es jedoch am sinnvollsten, so öffentlich wie möglich aufzutreten. Das gelingt, indem die eigene Kryptowährung auf den Handelsbörsen gelistet wird. Das geschieht nicht automatisch. Eine Grundvoraussetzung ist, dass die digitale Währung auf einem Open Source Code aufbaut. Wird ein bestehendes Kryptosystem genutzt, ist dies automatisch der Fall.

Über einen Krypto Börsen Vergleich lässt sich herausfinden, wie viele Nutzer auf den Handelsplätzen aktiv sind. Die größten Krypto Börsen haben über 100 Millionen aktive Nutzer. Diese stammen aus der ganzen Welt. Ist also die eigene Kryptowährung auf diesen Plattformen gelistet, dann können potenziell Anleger aus der ganzen Welt die eigene Kryptowährung erwerben und so in das Unternehmen investieren. Um die eigene Kryptowährung auf eine der Handelsbörsen zu bringen, ist eine individuelle Kontaktaufnahme mit dem Betreiber notwendig. Grundsätzlich ist dies die einfachste Methode, um die eigene Kryptowährung zu verbreiten. Vorteilhaft sind die niedrigen Gebühren bei den meisten Börsen. Das macht auch kleine Transaktionen für Anleger interessant und sorgt für ein potenziell höheres Handelsvolumen.

Warum lohnt sich ein ICO für Start-ups und Investoren?

Eine eigene Kryptowährung eröffnet ganz neue Finanzierungsmöglichkeiten. Es gibt eine Reihe von Vorteilen und Unterschieden zwischen einem ICO und der klassischen Beteiligungsfinanzierung. So ist es möglich, Startkapital zu sammeln, ohne dass ein Produkt oder gar ein Konzept vorhanden sind. Bei klassischen Finanzierungen über eine Bank ist dies nicht möglich.

Auch für Anleger gibt es Chancen beim Investment in Start-ups auf diesem Weg. So kann die Kryptowährung jederzeit an Wert zulegen. Dann lässt sich das eigene Investment wieder veräußern, ohne dass das Start-up die Investition zurückzahlt. Ebenfalls ist eine Teilveräußerung möglich.

Start-ups erreichen zudem potenziell Investoren auf der ganzen Welt. Auch eine Eigenkapitalbeteiligung ist nicht erforderlich. Grundsätzlich gibt es kaum Regularien zu beachten, was ein Initial Coin Offering zu einer unglaublich flexiblen Option bei der Start-up-Finanzierung macht.

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