Evergreen: Wie zeitlose Geschäftsideen und Inhalte Geld bei Marketing und Business sparen

Startups geben viel Geld aus: Für Mitarbeiter und Equipment, für Räumlichkeiten und Marketing. All diese Kosten kann man jedoch senken, indem man sich ein sogenanntes Evergreen-Denken antrainiert. Evergreen Content nennen Firmen wie die SEO-Küche Inhalte, die auch nach Jahren noch aktuell (also „immergrün“) sind. Dieses Prinzip lässt sich aber auch auf ganze Dienstleistungen, Produkte und sogar Marketingkampagnen anwenden. Ein Überblick.

Das eigene Geschäftsmodell zukunftssicher machen

Ein großer Pluspunkt für das Evergreen-Denken ist die Zukunftssicherheit des eigenen Geschäftsmodells. Beispiel: Start-Ups, die auf einen nachhaltigen Produktionsstil setzen, Gesundheit versprechen oder Ziele wie Klimaneutralität verfolgen, sind aktuell bei Investoren und Kunden sehr gefragt. Jedoch muss bei der Geschäftsidee auch in dieser Sparte darauf geachtet werden, ob die angebotenen Produkte langfristig attraktiv sind, oder ob man nur auf den neuesten Trend aufspringt. Ein Startup zum Thema Intervallfasten mag im Jahr 2019 viele Kunden anziehen. Aber wird genau dieser Ernährungstrend auch 2029 noch aktuell sein – oder sollte man nicht besser auf ein breiteres Portfolio an gesunden Ernährungsmöglichkeiten setzen?

Möbel und Internet als Beispiele

Die kürzlich bei Startupbrett vorgestellten Produkte von Naturnah Möbel zeigen, wie Nachhaltigkeit richtig geht: Inneneinrichtung wird auch in Jahrzehnten noch ein aktuelles Thema sein und das Geschäftsmodell, die eigenen Möbel selbst zu produzieren und zu vertreiben, ist eine Innovation an und für sich – ganz abgesehen von der angestrebten Nachhaltigkeit. Die Gründer haben das „Prinzip Immergrün“ also nicht nur auf ihre Produkte, sondern auch auf alle anderen Bereiche des Geschäftsplans angewandt.

Auch andere Firmen lohnen sich hier als Beispiel: Gerade im Internet sind Geschäftsmodelle und Dienstleistungen oft schnelllebig. Daher sollte im Online-Bereich besonderes Augenmerk auf langfristige Angebote gelegt werden. Ein gutes Beispiel ist der Wettanbieter Betfair. Live Wetten von Betfair haben sich in sportlichen Disziplinen wie Fußball, Motorsport, Basketball aber auch bei American Football etabliert. Gerade Wetten auf die Champions-League sind immer populär. Doch der Anbieter bemüht sich auch um langfristige Angebote: So kann man im Bereich Motorsport darauf wetten, ob Mick Schumacher (Sohn von Rennsport-Legende Michael Schumacher) vor den Jahren 2025 oder 2030 die Formel 1 Weltmeisterschaft gewinnt. Die Quote von 2,5 für den Sieg bis 2030 zeigt nicht nur den Glauben der Fans an ihr neues Idol, sondern auch, dass es ausreichende Nachfrage nach langfristigen Angeboten gibt. Hier wird also ausgerechnet das schnelllebige Internet als Medium eingesetzt, um eine Form der extremen Langzeitwette anzubieten, welche im Wettbüro vor Ort vermutlich überhaupt nicht möglich gewesen wäre.

Marketing-Kosten senken

Ein weiterer Punkt, der für das Evergreen-Denken spricht, sind die Kosten für das Marketing. Laut den Infos von Gründerlexikon bewegen sich die Preisspannen für Suchmaschinenoptimierung für Startups bereits in einem Bereich von rund 1.000 Euro. Wer Printanzeigen schalten will, um die potenzielle Kundschaft zu erreichen, muss bereits in regionalen Tageszeitungen mit 7.500 bis 15.000 Euro für eine ganzseitige Anzeige rechnen. Das kann Startups wortwörtlich teuer zu stehen kommen. Dann nämlich, wenn man auf schnell wechselnde Produkte oder Dienstleistungen setzt und mit hoher Frequenz neue Anzeigen schalten muss. Evergreen-Denken bei der Erstellung des Business-Plans und Geschäftsmodells hilft, Werbekosten zu senken und so die Erfolgschancen des eigenen Startups zu erhöhen. Denn dann müssen die Dienstleistungen auch nicht ständig angepasst werden – und so manche zusätzliche Marketing-Kosten kann man sich dadurch sparen.

Fazit

Wer das Evergreen-Prinzip erweitert und auf Marketing sowie Produktkonzeption anwendet, kann gerade in den kritischen ersten Jahren mit dem eigenen Startup viel Geld sparen. Immergrüne Dienstleistungen senken die Marketingkosten, binden Kunden an das eigene Unternehmen und verbessern letztlich die Wirtschaftlichkeit.

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