Ein Gerichtsurteil mit Folgen für Start-up-Unternehmen

Ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts sorgte jüngst für staunende Gesichter. Nicht nur die Bundesregierung war überrascht worden, auch Unternehmer rechneten nicht damit. In dem Urteil wurde festgehalten, dass ein ”System einzuführen” ist, sodass die ”geleistete Arbeit erfasst werden kann”. Für einige Angestelltenverhältnisse könnte das weitreichende Folgen haben, das Vertrauensarbeitsmodell bald der Vergangenheit angehören. Für Gründer von Start-ups ein Anlass, sich frühzeitig mit der Thematik der digitalen Zeiterfassung auseinanderzusetzen.

Kleiner historischer Abriss

Die Geschichte der Arbeitszeiterfassung beginnt 1801. Allerdings nicht in der Industrie, wie man vermuten könnte, sondern im Beamtenwesen. Anton Baumgartner, seinerzeit Polizeidirektor Bayerns, war unzufrieden mit der Motivation seiner Beamtenkollegen. Er begab sich auf die Suche nach Kontrollmechanismen, um der mangelnden Arbeitsbereitschaft seiner Kollegen Herr zu werden. Daraus entwickelte sich die Wächterkontrolluhr, in die Münzen zu einer bestimmten Uhrzeit eingeworfen wurden. Die Zeiterfassung war geboren. Eine Weiterentwicklung des immobilen Apparates konstruierte der Ingenieur Johannes Bürk, woraufhin in der Industrie nach und nach nicht mehr die Produktionsmenge, sondern die Arbeitszeit erfasst wurde.

Von der analogen zur digitalen Zeiterfassung

Im Oktober 1894 meldete Daniel Cooper das Patent für den Workman‘s Time Recorder an und entwickelte so die Stempeluhr. Mit seiner Erfindung stieg die International Time Recording Co. zum Weltmarktführer auf. Nach mehreren Fusionen verschiedener Unternehmen entwickelte sich aus International Time Recording Co. eine der bekanntesten Konzerne der Welt. Die International Business Machines Corporation, oder kurz: IBM. Mit der Erfindung des Computers verschwanden die analogen Stechuhren und Stempelkarten aus den Fabriken und wurden durch die digitale Zeiterfassung ersetzt. Damit änderten sich auch die Arbeitsmodelle. Arbeitszeiten wurden flexibler und die Angestellten ortsunabhängig darauf zugreifen. Außerdem konnten Urlaubsanträge oder Schichtplanungen darüber organisiert werden.

Was moderne Zeiterfassung leisten kann

Heutige Systeme zur Arbeitszeiterfassung wie Timemaster bieten zahlreiche Möglichkeiten, nicht nur die Arbeitszeiten zu erfassen, sondern auch zahlreiche weitere Daten zu sammeln, um sowohl Arbeitgebern als auch Arbeitnehmern das Arbeitsleben zu erleichtern. Egal, ob über eine App, am Terminal vor Ort oder über den Webbrowser. Moderne Programme sind flexibel, bieten eine einfache Bedienung und sind plattformunabhängig. Aufgrund des Urteils des Bundesarbeitsgerichts ist das Thema Zeiterfassung wichtiger denn je. Besonders Start-ups, die in der Anfangszeit Dringenderes zu erledigen, nimmt ein intuitives und leicht handhabbares System viel Arbeit ab. Das spart enorme Kosten und viel Zeit.

Vor- und Nachteile

Abgesehen davon, dass Arbeitszeiterfassung Pflicht geworden ist. Was bietet es dem Arbeitgeber und welche Nachteile kann er erwarten? Zunächst einmal ist die Abrechnung des Lohns ganz einfach. Je größer das Unternehmen, desto wichtiger. Das Gehalt muss nicht mühsam einzeln überwiesen werden. Die Daten werden ganz einfach digital erfasst und zeigen automatisch und übersichtlich Ausfälle an. Es fällt also jede Menge Aufwand weg. Die Daten können auch dabei helfen, herauszufinden, wo noch Kapazitäten frei sind und Personal knapp ist. Auch der rechtliche Aspekt ist wichtig, schließlich hat man als Arbeitgeber schwarz auf weiß, wer wann und wo gearbeitet hat. Beachtet werden sollte allerdings auch der Datenschutz der Mitarbeiter. Nicht alles, was der Arbeitnehmer erfassen kann, ist ihm auch gestattet.

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