Diese Cookies schmecken Internetnutzern nicht so gut

Diese Cookies schmecken Internetnutzern nicht so gut

2015 gab es unter den deutschen Internetnutzern ab 14 Jahre gerade einmal 29 Millionen Nutzer, die über Cookies informiert waren und diese dann auch nicht akzeptierten oder löschten.

Die Thematik

Für Datenschützer aus ganz Europa ist das Thema „Cookies“ mehr denn je stark polarisierend und viel diskutiert. Viele Internetnutzer wissen tatsächlich nicht, was Cookies eigentlich sind und wofür sie verwendet werden.

Die Antwort ist in der Theorie ganz simpel: Cookies dienen dazu, dass Nutzer ohne Störungen von ihrer Informationssuche im Internet zum Abschluss eines Kaufes gelangen. Dafür werden die Cookies auf jenen Websites gesetzt, die die Internetnutzer besuchen und deren Daten wie Klicks, Ansichten, Verweildauer und Warenkörbe gespeichert. Alle diese einzelnen Informationen fügen sich zusammen zu einem auf Interessen basierenden Nutzerprofil, das anschließend dazu verwendet wird, personalisierte Online-Werbeanzeigen zu schalten.

Was sind Cookies?

Cookies sind Datensätze, die von einem Server auf der Festplatte eines Nutzers hinterlegt werden. Dabei handelt es sich um eine Datei, die aus einer Zeichenkombination von Buchstaben und Ziffern besteht und weist einem Client (einem Programm, das einen Dienst anfordert) eine bestimmte Identität zu. Solche Dateien sind maximal 4KB groß und beinhalten Einzelheiten über die Besuchsdauer oder die getätigten Eingaben eines Nutzers. Besucht der User dieselbe Website erneut, sendet der Client die Informationen, die das Cookie liefert, wieder an den Server zurück. Der Sinn und Zweck eines Cookies ist grob gesagt also das Wiedererkennen eines bestimmten Nutzers und dessen Einstellungen.

In vielen Browsern gibt es unzählige Einstellungsmöglichkeiten für den Umgang mit Cookies, wie z.B. das Löschen der Cookies beim Schließen des Browser oder die generelle Nicht-Annahme, vor allem wenn die Cookies von Dritt-Servern stammen.

Wo finden die Cookies Verwendung?

Wie bereits erwähnt werden Cookies zum Speichern persönlicher Einstellungen für besuchte Seiten genutzt, beispielsweise in sozialen Netzwerken oder Foren. Der Nutzer kann hier Zeit sparen, da er sich nicht immer wieder neu anmelden muss bei einem wiederholten Besuch der Website. Im Grund genommen ganz bequem für die Nutzer.

Online-Shops verwenden die Dateien, um die von einem Kunden ausgewählten Waren in einem virtuellen Einkaufskorb zu sammeln. Dieser kann sich dann weiterhin im Shop umsehen und das Angebot durchsuchen, bis er seinen Kauf schließlich abschließt.

Weiterhin wird auch bei der Zwischenspeicherung von Benutzeraktionen bzw. –eingaben bei Verbindungsabbrüchen zum Server ein Cookie verwendet. Bei der folgenden Wiederherstellung der Verbindung können die verlorenen Informationen erneut vom Server abgefragt werden.

Und warum sind Cookies dann so schlecht?

Klar, dass was in diesem Artikel jetzt alles erwähnt wurde, klingt zunächst einmal alles gar nicht so schlecht. Viele Nutzer verkennen aber dabei die Gefahren, die mit der Verwendung von Cookies in Verbindung stehen, allen voran:

Das Tracking

Hier besteht die Gefahr des Missbrauchs der eindeutigen Erkennung eines Nutzers. Über die gesammelten Daten können sogenannte Benutzerprofile über das Browsingverhalten eines Users erfasst werden. Online-Shops haben so z.B. die Möglichkeit, diese Daten für das Versenden von zielgruppenbasierten Werbemails zu verwenden.

Außerdem können zusätzlich, wie etwa mit Bilddaten (beispielsweise Werbebanner) sogenannte „Third-Party-Cookies“, also Cookies einer dritten Stelle, gesetzt werden. Solche Tracking-Cookies sind in der Lage, den Besuch unterschiedlicher Websites einem bestimmten Nutzer zuzuordnen. Daraus werden dann benutzerspezifische Interessen erfasst und in der Folge sieht der betroffene Nutzer nur noch personalisierte und speziell für ihn modellierte Websites.

Viele Nutzer empfinden diese Vorgehensweise als eine Art von Spionage, besonders was die sogenannten Display Ads angeht – kein Wunder, dass AdBlocker immer beliebter werden. Ein jeder von uns schätzt seine Privatsphäre und möchte sich schützen. Deshalb haben es sich einige Anbieter auf die Fahne geschrieben, tracking-freie Werbebanner anzubieten, wie z.B. die Online-Marketing-Plattform Space Content, deren Online-Werbeanzeigen ganz ohne Tracking funktionieren.


Wie unweigerlich zu erkennen ist, bringen Cookies viele Vor- und Nachteile mit sich. Im Endeffekt muss jeder Nutzer, der sich im Internet bewegt, für sich selbst entscheiden, wie er mit dem Thema umgeht. Es besteht z.B. auch die Möglichkeit, Cookies nur für bestimmte Domains zuzulassen und serverfremde Cookies von dritten Parteien ohne Aufforderung abzuweisen oder nur gegen Rückfrage zuzulassen. Das Erstellen von Benutzerprofilen wird in diesen Fällen nicht mehr so leicht gelingen.