Daytrading: Definition, Strategien und Risiken

Das Daytrading beschreibt eine kurzfristige Art des Finanzmarkthandels. Typischerweise eröffnen und schließen Daytrader mehrere Handelspositionen innerhalb eines Tages. Daytrader können mit zahlreichen Anlageklassen handeln, die von Aktien über Devisen bis zu Futures reichen. Im Daytrading kommen oftmals Hebel zur Anwendung, mit denen sich auch bei geringerem Kapitaleinsatz größere Summen bewegen lassen. Die Aussicht auf hohe Gewinne trifft dabei auf ein ebenso hohes Risiko.

Definition und Überblick

Kennzeichnend für das Daytrading ist der sehr kurzfristig ausgerichtete Kauf und Verkauf von Finanzprodukten. Der Begriff bezieht sich darauf, dass die Trader ihre Positionen meist innerhalb eines Handelstages wieder schließen und nicht über Nacht halten. Daytrading unterscheidet sich von langfristigen Investitionen. Langfristige Trader orientieren sich an der allgemeinen Kursentwicklung. Daytrader versuchen, durch das Ausnutzen kurzfristiger Schwankungen innerhalb eines Tages Gewinne zu erzielen. Auch wenn beispielsweise die Kursentwicklung einen unerwünschten Trend aufweist, können Daytrader kurzfristige Kurskorrekturen ausnutzen. Daytrader sprechen in diesem Zusammenhang davon, die Märkte zu schlagen. Diese Form des Handels ist daher auf eine exakte Beobachtung jeder Kursentwicklung angewiesen. Daytrading ist mit zahlreichen Werten und Anlageklassen möglich. Ebenso existieren viele Herangehensweisen und Strategien. Eine Voraussetzung ist die entsprechende Volatilität der beobachteten Werte.

Daytrading mit Hebel

Oftmals arbeiten Daytrader mit Hebeln (Leverage). Hebel lassen sich als Verhältnis zwischen Eigen- und Fremdkapital darstellen. Bei einem Hebel von 1:5 arbeiten Trader beispielsweise nur zu einem Fünftel mit Eigenkapital. Den Rest beziehen sie als Kredit (beispielsweise direkt beim Broker). Mit dem Hebel lassen sich auch bei geringem Kapitaleinsatz größere Summen bewegen. Im Verlustfall kann dabei mehr als das eingesetzte Eigenkapital abhanden kommen.

Zielsetzung und Funktionsweise

Das übergeordnete Ziel besteht stets darin, unabhängig von der allgemeinen Entwicklung der Märkte kurzfristig Gewinne zu erzielen. Daher beginnt das Daytrading mit der exakten Marktbeobachtung, gleich nachdem die Märkte eröffnet wurden. Es genügt nicht etwa kurzer Blick auf die Indizes zu Handelsbeginn, da jede kleine Kurskorrektur ausschlaggebend sein kann. Da sich während des gesamten Tagesverlaufs etwas Wichtiges ändern kann, ist ein Daytrader auf fortlaufende Beobachtung angewiesen. Einige Daytrading-Broker werben mit automatisierten Systemen und erwecken den Eindruck, diese Form des Handels sei mit einfachen Chartanalysen möglich. Dauerhafter Erfolg in dieser Trading-Variante setzt jedoch fortlaufende Analysen und nicht zuletzt umfassendes Kontextwissen voraus. Informationen und Nachrichten zu den wesentlichen Einflussfaktoren der Anlageklasse sind einzuholen und auszuwerten. Kenntnis der Zielsetzung hilft, die Faktoren erfolgreichen Daytradings zu verstehen. Damit Preisbewegungen sich profitabel ausnutzen lassen, müssen Trader den richtigen Moment des Kaufs und Verkaufs einschätzen können. Nach Eröffnung einer Position soll die Kursänderung in die gewünschte Richtung möglichst hoch ausfallen. Weiterhin ist es das Ziel, die Position am selben Handelstag wieder zu schließen. Wer einen Trade über Nacht hält, ist am nächsten Tag mit neuen und derzeit nicht abschätzbaren Einflussfaktoren konfrontiert.

Worauf es zu achten gilt: Faktoren erfolgreichen Daytradings

Der Einstieg in das Daytrading hat nur geringe technische Hürden. Aufgrund der Verbreitung des Online-Bankings beziehungsweise Daytrading-Brokern wie nextmarkets können auch Einsteiger schnell beginnen. Unabhängig von der technischen Seite erfordert das Daytrading jedoch mindestens:

  • hinreichend Kapital, um bei kleinen Kursbewegungen schnell in die Gewinnzone einzutreten
  • fachliches Know-how über die gewählte Anlageklassen
  • dauerhafte und präzise Marktbeobachtung
  • regelmäßige Verfolgung marktrelevanter Nachrichten
  • eine stabile psychische Konstitution
  • disziplinierte Umsetzung der Trading-Strategie

Da schon mit geringen Kursentwicklungen Gewinn entstehen soll, ergibt Daytrading erst bei einem gewissen Kapitaleinsatz einen Sinn. Hierbei sind zahlreiche Kosten mit einzukalkulieren, darunter:

  • Handelsprovision
  • Handelsplatzgebühr
  • Parkettgebühr
  • Bid-Ask-Spread: Differenz zwischen An- und Verkaufspreis

Erst nach Abzug dieser Kostenpositionen tritt ein Trade in die Gewinnzone ein. Weiterhin ist zu berücksichtigen, dass einige Daytrading Broker eine vom Handelsvolumen unabhängige Mindest-Provision einfordern. Bei zu geringem Kapitaleinsatz kann daher die Gebühr den Kursgewinn übersteigen. Je größer das eingesetzte Trading-Kapital, desto schneller treten Trader in die Gewinnzone ein. Umfassendes Wissen über Märkte und Einflussfaktoren ist von ebenso hoher Bedeutung. Die mit dem Daytrading verbundenen Anforderungen erfordern weiterhin eine stabile psychische Konstitution. Panik oder andere irrationale Gemütsregungen sind zu vermeiden, um keine unüberlegten Entscheidungen zu treffen. Im Hinblick auf das Fachwissen ist eine umfassende Lektüre finanzmarktspezifischer Literatur von Vorteil. Finanznachrichten sollten Trader täglich verfolgen. Nicht zuletzt sind auch Kenntnisse der technischen Analyse sowie im Umgang mit Daytrading Brokern oder Handelssoftware relevant.

Daytrading-Strategien im Überblick

Zu den gängigsten und am häufigsten umgesetzten Daytrading-Strategien gehören

  • Momentum Trading
  • Scalping
  • Reverse Trading

Die Eignung einer bestimmten Strategie für einen bestimmten Trader-Typen oder eine bestimmte Anlageklasse ist im Einzelfall zu eruieren. Viele Trader finden die für sie geeignete Strategien erst nach langen Phasen des Ausprobierens. Auch aus diesem Grunde sind Demo-Konten beziehungsweise das Paper-Trading als Simulationen des Tradings mit echtem Geld empfehlenswert.

Momentum Trading

Momentum Trading gilt als vergleichsweise einfach realisierbar. Die Strategie des Momentum Tradings sieht vor, dass Trader nach ausgeprägten Bewegungen der Märkte in eine bestimmte Richtung Ausschau halten. Diese Strategie folgt also dem Trend der Kurse und Indizes. Treten diese zusammen mit hohen Handelsvolumina auf, können Trader von diesem Momentum (aus dem Englischen: Impuls) profitieren. Voraussetzung ist ein großes Maß an Disziplin, um den korrekten Moment zum Einstieg zu warten. Auch das Schließen der Position will zum korrekten Zeitpunkt ausgeführt sein.

Scalping-Strategie

Scalping (aus dem Englischen: schneiden) setzt auf eine Vielzahl kleinerer Gewinne durch das Ausnutzen kleinerer Preisschwankungen. Trader handeln hierbei in besonders kleinen Zeiteinheiten im Minuten- oder Sekundenbereich. Dieser quantitative Ansatz stellt einen besonders schnellen Handels-Stil dar. Die Herausforderung besteht darin, im Rahmen der Vielzahl an Trades eine hohe Trefferquote zu erzielen. Übersteigen die Verluste die Gewinn-Trades, ist das Scalping nicht erfolgreich. Dennoch ist es wichtig, Verlust-Trades rechtzeitig zu schließen, um sie durch anschließende Gewinn-Trades wieder auszugleichen. Aufgrund seines Wesens ist das Scalping in besonders hohem Maße auf schnelle Ausführung der Orders und hohe Liquidität angewiesen.

Reverse Trading

Als anspruchsvolle Trading-Strategie gilt das Reverse Trading oder Pull Back Trading. Hier setzen Trader auf kurzfristige Kurs-Korrekturen. Sie arbeiten also gegen den Kurs-Trend und beobachten die Umkehrpunkte, in denen der Trend kurzfristig unterbrochen wird. Treffen sie den Punkt nicht exakt, so läuft der Trend gegen sie und sie müssen Verluste realisieren. Die Herausforderung betrifft demnach die exakte Identifikation des Kurs-Umkehrpunktes. Beispiele sind die Tageshochs und Tagestiefs.

Risiken bei taggleichen Geschäften (Daytrading)

Die Vielzahl an Trades geht im Daytrading zwangsläufig mit der Realisation mehrerer Verluste einher. Erfolgreichen Daytradern gelingt es, den Anteil der Verluste gering zu halten. Die Risiken beim Daytrading entsprechen grundsätzlich denen längerfristiger Trading-Strategien in der jeweiligen Anlageklasse. Da sie sich jedoch auf einen deutlich kürzeren Zeitraum beziehen, sind Fehl-Trades als elementarer Bestandteil einzukalkulieren. Daher ist es im Daytrading besonders wichtig, das Risiko zu kontrollieren. In diesem Zusammenhang stellen etwa Stopp-Loss-Orders ein wichtiges Mittel dar. Insbesondere bei einer hohen Anzahl von Trades ist es wichtig, dass die Handelsposition im Verlustfall rechtzeitig geschlossen wird. Dies gilt insbesondere bei der Arbeit mit Hebeln, bei denen der Verlust das eingesetzte Kapital übersteigen kann. Jeden Handelstag mit Gewinnen zu beenden, ist unrealistisch. Bei intensiver Kenntnis der Märkte, genauer Beobachtung und einer durchdachten Strategie bietet die spekulative Handelsvariante des Daytradings jedoch auch Aussicht auf enorme Gewinne.

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