Wie grüne Start-ups die Welt verändern

Wie-gruene-Start-ups-die-Welt-veraendern_startupbrett

Haben Sie sich schon einmal vorgestellt komplett ohne Strom zu leben? Ich bin sicher, ein Leben im gewohnten Luxus wäre dann nicht mehr möglich. Das beginnt schon allein damit, dass sich unsere Tagesplanung nach der Sonne richten würde. Denn: Ohne Strom – kein Licht.

Was für viele von uns kaum vorstellbar ist, ist Alltag in weiten Teilen der Welt. In Afrika zum Beispiel, dem Kontinent mit der zweitgrößten Bevölkerungszahl der Welt, leben etwa 1,1 Milliarden Menschen. Ungefähr 600 Millionen davon haben keinen Zugang zu Elektrizität. Licht, Wärme und Hitze zum Kochen kommt oft aus alten Dieselgeneratoren oder inne liegenden Öfen. Was viele nicht wissen, der Rauch und die Gase, die dabei eingeatmet werden, verursachen mehr als 4 Millionen Todesfälle. Jedes Jahr.

Neben den gesundheitlichen Folgen sind auch Bildung und Wirtschaftswachstum Bereiche, die ohne sichere Stromversorgung nur sehr eingeschränkt möglich sind.

Wie die Stromversorgung in Afrika bestehen weltweit große Herausforderungen, die ein Leben, so wie wir es gewohnt sind, unmöglich machen. Um das zu ändern, setzen sich neben zahlreichen privaten und politischen Initiativen auch grüne Start-ups dafür ein, unsere Welt zu verändern. Im Gegensatz zu vielen Bewegungen finanzieren sich diese allerdings nicht über Spenden, sondern durch intelligente und vor allem nachhaltige Geschäftsmodelle.

Fünf dieser grünen Start-ups und jungen Unternehmen möchte ich Ihnen in den folgenden Abschnitten vorstellen.

Africa GreenTec – Neue Technologien für die Energiewende in Afrika

Für die Energiewende in Afrika bestehen ganz andere Herausforderungen als zum Beispiel in Deutschland. Denn einfach gesagt geht es darum, fast 600 Millionen Menschen einen Zugang zu Elektrizität zu geben. Und das regenerativ. Denn der CO2-Ausstoß fossiler Kraftwerke hätte in diesen Dimensionen spürbare Auswirkungen auf das Klima der ganzen Welt.

Diesen Wandel voranzutreiben, ist auch das Ziel von Torsten Schreiber, der bereits am Aufbau der Crowdfunding-Plattform bettervest.de beteiligt war. Mit seinem jungen Unternehmen Africa GreenTec plant er verschiedene Großprojekte, um langfristig etwas zu bewegen. Neben großen Wind- und Solarfarmen, arbeitet er mit seinem Team zum Beispiel auch an einem Solar-Taxi, das in Zukunft umweltverschmutzende Dieseltaxis ersetzen soll.

Mehr über Africa GreenTec finden Sie hier: http://www.africagreentec.com

Mobile Solarkraftwerke Afrika – Mobile Energieversorgung durch Solarcontainer

Um Strom auch in entlegenen Dörfern und Siedlungen Afrikas verfügbar zu machen, könnte er zum Beispiel in zentralen Groß-Anlagen erzeugt und über ein weitverzweigtes Trassen-Netz transportiert werden. Hohe Kosten und die Verlegung der Leitungen durch politisch unsichere Gebiete machen das aber besonders schwer. Besser wäre es doch, Strom könnte genau dort erzeugt werden, wo er auch verbraucht wird.

Und genau das zu erreichen, ist das Ziel von Mobile Solarkraftwerke Afrika. Mit kleinen Kraftwerken, installiert in üblichen 20-Fuß-Containern, plant das junge Unternehmen zum ersten dezentralen Energieversorger in Afrika zu werden. Nachdem die erste Anlage im vergangenen Jahr in Betrieb genommen werden konnte, arbeitet das Team um Geschäftsführer Charlie C. Njonmou nun an der Skalierung des Modells, um mehr grüne Energie in Afrika verfügbar machen zu können.

Mehr über Mobile Solarkraftwerke Afrika finden Sie hier: http://www.solarcontainer.org

Mobisol – Strom für die Welt

Wie die Solarcontainer für Afrika setzt auch das deutsche Start-up mobisol auf eine dezentrale Energieversorgung. Im Gegensatz zu den Inselanlagen, die gesamte Dörfer mit Elektrizität versorgen, bietet mobisol Solarpakete für einzelne Häuser. Diese bestehen aus einem PV-Modul, einem Batterie-Speicher sowie der nötigen Elektronik und bieten genug Strom, für Licht, zum Laden von Telefonen und Laptops oder um auch einmal fernzusehen.

Die dezentralen Anlagen machen es möglich, Strom kostenfrei zu gewinnen und schaffen somit große Freiheiten. Durch sogenannte Micro-Kredite, also kleine Kredite mit besonders niedrigen Raten, werden die PV-Anlagen dabei für viele Teile der Bevölkerung leistbar.

Mit dem innovativen Geschäftsmodell schafft es das Start-up, Strom nachhaltig und aus Bürgerhand in weite Teile der Welt zu bringen. Der günstige Strom-Anschluss bietet dabei nicht nur mehr Lebensqualität, sondern ist auch Grundlage für mehr Bildung und nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg.

Mehr über mobisol finden Sie hier: http://www.plugintheworld.com

ecocrowd – Crowdfunding für die Zukunft

Entgegen den bereits vorgestellten Start-ups liefert ecocrowd selbst keine weltverändernden Technologien. Die Plattform bietet innovativen Projekten und Start-ups aber die Möglichkeit, eigene Ideen zu verwirklichen.

Um das zu ermöglichen, betreibt die Deutsche Umwelthilfe mit ecocrowd.de eine Crowdfunding-Plattform, die Projekte finanziert, Ideen sammelt und Akteure gewinnbringend vernetzt. Angefangen von erneuerbaren Energieanlagen in Afrika, bis hin zu Umwelt-Bildungs-Projekten in Deutschland ist die Plattform generell für viele nachhaltige Themen offen.

Ein hohes Maß an Qualität erfahren die innovativen Projekte neben dem Feedback der Crowd aber auch durch die Deutsche Umwelthilfe selbst. Denn auch die bringt ihre jahrelange Projekt-Erfahrung über ein Team aus Experten mit ein.

Die Crowdfunding-Plattform ecocrowd bietet ein spannendes Konzept, mit dem bereits über 180.000 Euro für 26 nachhaltige Projekte gesammelt werden konnte.

Mehr über ecocrowd finden Sie hier: http://www.ecocrowd.de

ecosia – die Suchmaschine die Bäume pflanzt

Zugegeben: Die grüne Suchmaschine ecosia ist heute nicht ganz neu. Doch Ihr nachhaltiges Geschäftsmodell ist immer noch einzigartig. Denn das junge Unternehmen, das im Jahr 2009 von Christian Kroll gegründet wurde, nutzt einen großen Teil seiner Werbeeinnahmen für Aufforstungsprojekte in der ganzen Welt. Zusammen mit verschiedenen Initiativen konnten so bereits mehr als 3,5 Millionen Bäume im atlantischen Regenwald und der afrikanischen Wüste gepflanzt werden.

Und das ist wichtig! Denn durch die Aufforstung von Dürregebieten entstehen neue und fruchtbare Lebensräume für Pflanzen, Tiere und Menschen. Durch Landwirtschaft und Viehzucht kann die örtliche Wirtschaft gestärkt werden. Die Menschen in den betroffenen Regionen finden neue Arbeit und können ihre Kinder wieder zur Schule schicken.

Auf diese Weise schafft es das kleine Team des in Berlin ansässigen Unternehmens ecosia, zusammen mit 2 Millionen aktiven Nutzern nicht nur ein Problem zu lösen, sondern auch einen nachhaltigen Entwicklungsprozess anzustoßen.

Mehr über ecosia finden Sie hier: https://www.ecosia.org

 

Alexander Rosenkranz

Alexander Rosenkranz

Alexander Rosenkranz (28 J.) ist Co-Gründer der Bau- und Sanierungsplattform eccuro.com und Gründer der energie-wortwende.de. Informationen und eine verständliche Energie-Kommunikation sind für Ihn der Schlüssel für den nachhaltigen Erfolg der Energiewende.


Stellenanzeigen

Weitere Stellenanzeigen