Wie gründet man als frisch gewordener Papa ein Start-up?

Wie gründet man als frisch gewordener Papa ein Start-up? - StartupBrett

Hätte mir jemand vor ein paar Jahren erzählt, was ich heute mache: ich hätte laut gelacht!

Aber warum? ….was mache ich denn heute so Lustiges? Ich bin Vater und Gründer des Start-ups lababoo.de! Was daran ist bitte so lustig fragst du dich?

Nun ja, im jungen Alter erscheint einem die Idee, Kinder zu haben noch sehr weit weg und surreal. Ein paar Jahre später merkt man, wie schnell das Leben an einem vorbei rauscht. Ich bin heute 28 Jahre alt, verheiratet und Vater von zwei süßen kleinen Kindern. Plötzlich stand mein Leben auf dem Kopf und was damals relevant war, ist es heute nicht mehr und umgekehrt. Die Verantwortung, Aufgaben und Erwartungen wachsen auf einen Schlag ins Unermessliche und man sieht sich unverhofft, mit Themen konfrontiert die man vorher nicht kannte. Man ist Ehemann, Vater und Arbeitskraft zugleich und möchte und muss selbstverständlicherweise all diese Verpflichtungen mit Leidenschaft und Hingabe ausführen.

Das kann ganz gut klappen, wenn man einen angestellten Job hat, rechtzeitig zu Hause ist und sich dann zu 100% auf die Familie fokussieren kann. Doch als Gründer kannst du all das nicht gewährleisten. Geben wir uns mal keiner Illusion hin: du wirst nicht allen Aufgaben gerecht, Punkt! Was vernachlässigst du? Frau? Kind? Unternehmen? Du erkennst jetzt hier schon die große Problematik, denn nichts davon darf eigentlich vernachlässigt werden.

Hat man das erst einmal begriffen, überlegt man sich das Ganze zweimal; Stichwort „Risiko“. Für junge Gründer-Papas kann  das ziemlich abschreckend sein! Das Umfeld trägt dann natürlich auch seinen Teil bei. Sätze wie: „Willst du Dir nicht einen sicheren Job suchen?“ oder „Denk an deine Kinder“ werden dir besserwisserisch und ohne Rücksicht entgegen geschmettert. Verständlich, dass an dieser Stelle viele aufgeben.

Wie gründet man also nun als frisch gewordener Papa ein Start-up? Auf diese Frage habe ich leider auch keine passende Antwort für dich, denn ich bin selbst noch lange nicht an diese Stelle gelangt die mich diese Frage beantworten ließe. Ich kann dir nur sagen wieso ich bis jetzt nicht aufgegeben habe. Ich glaube fest daran das am Ende des Tunnels auch mal Licht kommt, man muss ihn halt immer weiter durchlaufen und auf keinen Fall zurück! Die Strecke nach hinten kann unter Umständen länger sein als die, die noch vor einem liegt!

Wozu dieser Beitrag? Mit diesem Beitrag möchte ich auf uns Gründer-Papas aufmerksam machen und einfach die Start-Up-Szene gegenüber uns sensibilisieren. Wir möchten weder einen Bonus noch Bevorzugung sondern einfach nur, dass Ihr wisst, die Szene besteht nicht nur aus jungen Kerlen, die in Berliner Szene Cafés abhängen, sondern auch aus Leuten die Zuhause im Kinderzimmer auf dem Fussboden kauern, den Laptop in der einen und das Spielzeugauto in der anderen Hand halten.

Frei nach Hoffmann von Fallersleben: „…denn vorwärts, vorwärts! Nie zurück! Soll unsre Losung sein.“

www.lababoo.de

 

Salah Sherkawi

Salah Sherkawi

28 Jahre alt, verheiratet, 2 Kinder. Gründer und Geschäftsführer von lababoo.de, einem Germersheimer Start-up, das Eltern eine einfache und schnelle Suche nach Erlebnissen, Freizeitangeboten und Geschenkideen für Kinder bietet.

  • Ah, in der „Szene“ gibt es vergleichsweise viele weibliche Gründerinnen (und meist bleiben sie Einzelunternehmerinnen). Endlich mal ein Vater, der auf die Problematik aufmerksam macht.

    Das „wie“ ist schwierig – aber eins lässt sich sagen: Es wird anders (nicht unbedingt leichter) – und es ist eine irre Herausforderung. Aber he, wer Alltag mit Kind und Start-up managen kann, der kann quasi „alles“. Ein besseres Accessment Center gibt es gar nicht.

    • Hi Sabrina,

      danke für deinen netten Kommentar :)

      Lieben Gruß

      Salah

  • Jochen

    Schöner Bericht, ich wünsche in jedem Fall gutes Gelingen und viel Freude! Bin auch Papa, allerdings sind meine Töchter schon groß. Was aber nicht heisst, dass damit alles einfacher wird ;-) Meine Selbstständigkeit habe ich nicht bereut. Wie sagt schon Hemingway: Glück, das ist gute Gesundheit und ein schlechtes Gedächtnis.
    LG Jochen

    • Hallo Jochen,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Schön das dir der Beitrag gefällt :)

      Lieben Gruß

      Salah

  • Hallo Salah,

    ich kann deine Gedanken sehr gut nachvollziehen. Ich habe selbst nie gedacht, jemals Gründer zu sein. Und erst recht nicht, das anzugehen, wenn meine Tochter gerade ein paar Monate alt ist.
    Was mir sehr geholfen hat – und immer noch hilft – ist eine gewisse Gelassenheit und Distanz zur Unternehmung. Ich betrachte es zwar ebenfalls mit Leidenschaft und der Determination, es erfolgreich zu machen. Aber ich weiß auch, wann Feierabend ist. Das ist nicht immer einfach und hängt sicherlich vom Umfang der Gründung ab. Aber bisher klappt das ganz gut.

    Beste Grüße
    Jens

    • Hallo Jens,

      das ist eben mein Problem, ich weiß nicht wann Feierabend ist. Business hin oder her, Familie bleibt wichtiger! Ich glaube wir alle wissen das auch, es ist nur so schwer das Büro zu verlassen, wenn es noch Arbeit zu verrichten gibt. In diesem Sinne klatsch ich mal das Notebook zu und geh zu meiner Frau :)

      Danke für dein Kommentar.

      Lieben Gruß

      Salah

  • Gründerin

    Hallo!
    Glückwunsch zum eigenen Business!

    Sag mal, bist du alleinerziehend? Wer kümmert sich um die Kids? Deine Frau? Oder geht deine Frau auch einer Vollzeitbeschäftigung nach? Also wenn du Dich nebenbei noch um die Betreuung des Nachwuches kümmerst hast du meinen vollen Respekt verdient! Ansonsten würde ich gerne darauf hinweisen, dass wir Frauen in der Regel Job und Kind, gerne auch Selbständigkeit und Kind managen – ohne dass es dafür besondere Anerkennung gibt. Aber gut, solange die Bankberater nur die Frauen nach einer Bürgschaft ihrer Männer fragen – und nicht umgekehrt – traut man (die Bank) wohl den Männern immer noch mehr zu als den Damen. Schade drum. Dir und deinem Vorhaben aber ganz viel Erfolg!

    • Hallo,

      danke für dein Kommentar.

      Ich glaube es geht nicht darum ob man es schafft, sondern vielmehr…WIE?
      Alles 100% ausfüllen kann man eben nicht.

      PS: Wir kümmern uns beide um die Kids :)

      Lieben Gruß

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