Promis und TV für das Start-up-Marketing

Promis und TV für das Start-up-Marketing

„Die Höhle der Löwen“ ist eines der bekanntesten Fernsehformate, in denen Start-ups einen Investor, vor allem aber Publicity suchen. Auch außerhalb von sogenannten Gründer-Shows heben Celebrities junge Unternehmen ins Rampenlicht.

Pitches, die vor größerem Publikum stattfinden, sind nichts Neues. Sie bieten die Möglichkeit, sein Unternehmen zu präsentieren, Feedback zu bekommen, wichtige Kontakte zu knüpfen und im besten Fall einen Investor zu finden. Gründer-Shows sind allerdings ein neuer Trend, der nun auch zu uns übergeschwappt ist.

Als erstes zu nennen ist natürlich „Die Höhle der Löwen“ (DHDL), die deutsche Fassung von Shark Tank (produziert von Sony Pictures). Die erste Staffel startete 2014 und die Ausstrahlung der dritten Staffel ist für Herbst 2016 angesetzt. Seit neuestem läuft auf Kabel eins eine Doku-Reihe mit dem Titel „Vom Spinner zum Gewinner“. Im Gegensatz zu DHDL geht es hier nicht um einen öffentlichen Pitch, sondern es werden verschiedene Gründer in ihrer Startphase begleitet.*

Was veranlasst einen Gründer, sich in dieser Form im Fernsehen zu präsentieren? Meiner Meinung nach überwiegt bei Shark Tank/DHDL das Interesse an der Publicity, nicht etwa die Suche nach einem Investor. Denn wie mittlerweile bekannt ist, platzt in konkreten Verhandlungsgesprächen ein Großteil der Deals, die in der Sendung zugesagt wurden. Ich finde das durchaus realistisch und nicht anders zu erwarten. Doch das Fernsehpublikum, das mit dem Auftritt erreicht wird, ist für das Start-up-Unternehmen unbezahlbar und eine angemessene Entschädigung für die DSDS-gleiche Vorführung.

Einige Gründer konnten prominente Geldgeber für Ihr Unternehmen gewinnen. Selbst wenn diese nicht offen Werbung für das Start-up-Unternehmen machen, schafft bereits der bekannte Name ein positives Image. Joachim „Joko“ Winterscheidt investierte beispielsweise in den Concierge-Service GoButler. Für das Start-up rührte er die Werbetrommel auf Twitter und im Fernsehen. Was soll man sagen: Das Unternehmen aus Berlin hat seinen Firmensitz mittlerweile in New York. Ok, diese stark verkürzte Fassung ist nicht ganz fair und würdigt nicht die unternehmerischen Weichen, die für den Erfolg gestellt wurden. Aber wüsste einer von Ihnen auf Anhieb wie der Gründer von GoButler heißt? Und wer von Ihnen weiß, wer Stefan Raab oder Joko sind? Das mein ich.

Auch wenn nicht jeder auf die ganz großen Berühmtheiten zurückgreifen oder in die nächste Fernsehsendung rennen kann, funktioniert das Prinzip glücklicherweise auch auf lokaler Ebene. Aber Pressearbeit und Networks sind ein anderes Thema.

 

*Jetzt wo der Artikel zu Ende ist, muss ich noch etwas Schleichwerbung machen: Die Doku „Vom Spinner zum Gewinner“ (VSZG) sollte man sich echt mal ansehen. Bei Kabel eins erwarte ich eigentlich nur Pseudo-Dokus wie „Die Ludolfs“, „Rosins Restaurant“ usw. Umso überraschter war ich, dass VSZG mit einem Mindestmaß an dämlichen Nahaufnahmen in schwarzweiß und unqualifizierten Kommentaren auskommt. Ich finde die Sendung tatsächlich informativ! Ende der Werbung.

 

Sara Geissler

Sara Geissler

Als Online-Redakteurin schreibt, filmt und zeichnet sie Beiträge zu den Schwerpunkten Existenzgründung, Lokales, Migration und zu Bildungsthemen: wollfisch.wordpress.com


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